Bürstadt

Fastnacht „Guud druff“ feiert Weiberfastnacht im voll besetzten Bürgerhaus

Männer legen sich ins Zeug

Archivartikel

Bürstadt.„Guud druff“ waren die Frauen bei ihrer Weiberfastnacht im Bürstädter Bürgerhaus, das mit mindestens 500 Besucherinnen fast aus allen Nähten platzte. Aber ganz ohne Männer ging es doch nicht. Das Programm wurde in der Hauptsache von Mannsbildern gestaltet, die sich die allergrößte Mühe gaben, die Frauenhorde hinreichend zu bespaßen.

Die Feuerwehr zeigte musikalischer Präsenz. Weil sich die Prinzessin ohne ihren Fasnachtsprinz wohl etwas verloren fühlt, war auch Marcel II. treu an der Seite seiner Manuela II. Mit grellen Kostümen kamen die Bollerwagen-Jungs auf die Bühne und rockten gleich zu Beginn der Show ordentlich ab. Für die Tuschs zwischendurch war übrigens auch ein Mann zuständig. Brav und geduldig stand Thomas am Keyboard und parierte die Kommandos von Brunhilde Walther, die als Präsidentin des FFC-Guud druff mit echt Bürstädter Schnute durchs Programm führte.

Auch Damiano Brucato, Vizepräsident des HCV-Bürstadt, der als italienischer Ehemann aus dem Nähkästchen plauderte, wusste, was bei Frauen gut ankommt und wie man deren Blut in Wallung bringt. Das Männerballett KIS aus Crumstadt ließ etwas verschlankte Schneemänner lustige Tänze aufführen. In ihren hautengen Kostümen bewegten sich die Jungs des Männerballetts Schoppendals zu heißer Musik und brachten die närrischen Weiber zum Kochen. „Ich wat jo nur druff, bis do ebbes platzt!“, kommentierte Brunhilde Walther die Tanzbewegungen grinsend. Ohne Zugabe durften die Jungs nicht von der Bühne. Wie schon beim Original lagen auch Michael Held, der als Elvis glänzte, die Frauen scharenweise zu Füßen. Dieses Talent stand zum ersten Mal beim FFC auf der Bühne, sein Erfolg wird ihm jedoch für die Zukunft weitere Auftritte sichern. Mit Melodien diverser Elvis-Songs hatte Held eine Story erfunden und präsentiere seine Erlebnisse in Bürstadt mit seiner geliebten Priscilla. „Ich hätt so gerne ein warmes, zartes Würstchen mit richtig scharfer Soße…“, trällerte der Elvisdarsteller in perfekter Tonlage des legendären Künstlers. Der Saal tobte. Als Zugabe sang Held nach der Vorgabe von „Devil In Disguise“ seinen Song „Ich will ä Eis“.

Schließlich kamen aus Worms vom Männerballett Gloria die „Starken Männer“ daher und tanzten wie die Wilden. Vom FSG Riedrode schwappte die Baywatch-Welle mit einem Surf-Brett in den Saal, mit dabei „Pamela Anderson“, die ihre blonde Mähne zu den heißen Rhythmen der 80er und 90er Songs samt Herzschmerz-Filmmusik schüttelte.

Mit von der Partie war die Hitparade der BRSG, bei der Lieder von Udo Lindenberg, Andrea Berg, Drafi Deutscher, Nena, DJ Ötzi, Jürgen Drews, den Jakobs Sisters und Andreas Gabalier den Ton angaben. Mit Witz und Charme hatten sich die Akteure verkleidet, um die nostalgische Show wieder aufleben zu lassen.

Viel Sex-Appeal

Besonders viel Sex-Appeal legten die Boys des Männerballetts SKK als Gigolos beim Tanzen aufs Parkett und ließen verführerisch ihre Beine kreisen. Mit ihrer freizügiger Kostümierung aus den 20er Jahren waren die „Girls“ eine absolute Augenweide. Der absolute Kracher war der Hit „I sing a Liead für di“. Julian Schlosser kam als Andreas Gabalier bei den närrischen Frauen bestens an.

Mit einem musikalischen Schauspiel über einen heiligen Gral, der von einem wütenden Drachen bewacht wird, und über das Schicksal der liebreizenden Prinzessin zeigten die Männer vom HCV künstlerisches Potenzial, das mit Lichteffekten perfekt in Szene gesetzt wurde. Nach einer kurzen Schunkeleinlage stürmten die Männer des Wormser Carneval Clubs den Saal, die gerade noch rechtzeitig direkt aus Malle eingeflogen worden waren. Das spanische Temperament der Jungs war unübertrefflich, vor Begeisterung schwappte die La-Ola-Welle durch die Reihen. Mit tosendem Applaus wurden beim Finale zum krönenden Abschluss alle Akteure gefeiert.

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