Bürstadt

Erzählabend Angelika Schmucker in Bürstadt zu Gast

Märchen und Musik

Archivartikel

Bürstadt.„Märchen haben etwas Heilendes!“ Da ist sich Erzählerin Angelika Schmucker sicher. Auf Einladung der Katholischen Frauen Deutschland (KFD) war sie erstmals ins Gemeindezentrum von St. Michael in Bürstadt gekommen. Dazu hatten die Organisatorinnen Annerose Bechtloff und Edelgard Ofenloch den Saal liebevoll dekoriert und mit Kerzen beleuchtet.

Unter dem Motto: „Märchen und Musik“ erzählte die ehemalige Erzieherin, die 2006 das Märchenhaus in Seckenheim gegründet hat, von Liebe, Herz und Beziehungen. Begleitet von Harfenklängen, die von Mariella Pieters ausgewählt und vorgetragen wurden, nahm Schmucker die Zuhörerinnen mit in eine märchenhafte Welt, wo Feen, Dschinns, Hexen und Zauberer ihre Hände im Spiel hatten. „Märchen sind Urbilder die die Seele anregen und sie heilen lassen“, erklärte Schmucker überzeugt.

Sie entführte das Publikum mit ihren Geschichten nach Irland, Schottland, Griechenland, Schweden, Afrika und in den Orient. Aber auch mit dem Brüder Grimm-Märchen von Jorinde und Joringel setzte sie neue Impulse.

Sie erzählte die Geschichte vom Mann mit der hässlichen Frau. Aus Liebe zu ihr – und weil ihm ein Dschinn im Traum erschienen war und ihm drei Wünsche schenkte – bittet er um Schönheit für sie. Doch da entdeckt sie der König und verschleppt sie in den Palast. Erst als er mit einem weiteren Wunsch seine Frau in eine Äffin verwandelt, kann sie wieder nach Hause. Mit seinem letzten Wunsch wird sie wieder sein von ihm geliebtes Weib. Und die Moral von der Geschicht: Wenn man mit den Augen der Liebe sieht, dann beachtet man die Hässlichkeit nicht.

Zu dem afrikanischen Märchen passte das aus Tansania stammende Lied „Maleika“, mit dem Mariella Pieters dem Märchen eine ganz besondere Note gab.

Beim schottischen Märchen von der „Seehundfrau“, bei der ein armer Fischer sich in eine wunderschöne Frau verliebt, die sich als Meereswesen entpuppt, geht es um Liebe über den Tod hinaus. Aber Angelika Schmucker streute auch ein leicht daherkommendes Gedicht von Thomas Morgenstern ein.

Fast neckisch und Heiterkeit auslösend, erfreute Schmucker das weibliche Auditorium auch mit einem Märchen aus Turkestan, wo ein schwer beladener Mann ein wunderschönes Mädchen trifft. Sie gehen spazieren, aber durch eine Schlucht will sie nicht mit ihm gehen. „Du könntest mich ja küssen“. Als die schöne Maid ihm mit List und Tücke erklärt, wie er seine Last loswerden könnte, dankte er Allah „für diese kluge Frau“. Fell

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