Bürstadt

Bildung Katholische Frauengemeinschaft hat Erzählerin Regina Haas-Sauer und die Harfenistin Mariella Pieters in St. Michael zu Gast

Märchenhafte Reise rund um die Welt

Bürstadt.Die romantische Zeile „und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus“, die Josef Freiherr von Eichendorff in seinem Gedicht „Mondnacht“ beschrieben hatte, war das Motto von Märchenerzählerin Regina Haas-Sauer bei einem Abend voller Märchen und Musik. Eingeladen von der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD), war sie mit Harfenistin Mariella Pieters zum elften Mal in das Gemeindezentrum St. Michael nach Bürstadt gekommen.

Annerose Bechtloff, Edelgard Ofenloch und das KFD-Team hatten dazu den Gemeindesaal in eine Oase der Ruhe und Besinnung verwandelt. An einen Rittersaal erinnernd, wurden die etwa 130 Zuhörer von Duft und Licht vieler Kerzen aus Laternen umschmeichelt. Engel und Holzfiguren unterstrichen die Illusion vom Eintauchen in eine längst vergangene Welt.

Auf ihren Seelenflügeln nahm Erzählerin Haas-Sauer das Publikum mit auf eine besinnliche Reise vom Okzident in den Orient. Von sanften Harfentönen mit „Guter Mond du gehst so stille“ eingestimmt, fesselte Haas-Sauer mit ihrer facettenreichen Stimme schon bald die Zuhörer. Mit dem Brüder-Grimm-Märchen „Sterntaler“ nahm sie diese mit zu dem verlassenen Kind, das voller Liebe das „letzte Hemd“ mit Anderen teilte. Am Ende wurde es von einer höheren Macht mit Sterntalern beschenkt „und war reich für sein Leben lang“. Zum Lied „Weißt du wie viel Sternlein stehen“ summte das Publikum das alte Kinderlied voller Begeisterung mit.

Es folgte der Erzählerin nach Indien in den prachtvollen Palast eines Maharadschas. Dort kam Töchterchen Sharika mit einer goldenen Halskette um den Hals auf die Welt. Ein alter Sterndeuter prophezeite dem Kind viel Freude – aber auch Leid. Verwöhnt von ihren Eltern und mit goldenen Schuhen beschenkt, durfte sie sich ihren Prinzen selbst aussuchen. Eines Tages verlor sie einen der Schuhe. Ein Prinz fand ihn, brachte ihn zurück und wurde von Sharika zum Ehemann erkoren.

Goldene Kette gestohlen

Doch dieser hatte eine erste Frau. Missgünstig, neidisch, intrigant und bösartig, erfuhr diese davon, dass nur das Tragen der goldenen Halskette die Prinzessin am Leben erhielt. Eine Diebin stahl die Kette, die Prinzessin fiel in Agonie und nur ein Wunder konnte sie retten. Am Ende wurde alles gut: Die Kette wurde gefunden, die Prinzessin erwachte, ein Kind wurde geboren und alle waren glücklich.

Beim Märchenabend durch die Kulturen hatte Regina Haas-Sauer auch ein Zaubermärchen aus der Ukraine im Gepäck. Es erzählte die Geschichte einer Ehefrau, die mit ihrem Gatten ständig stritt. Eine weise Frau empfahl ihr ein „Heilwasser“. Im Mund gehalten, nicht geschluckt oder ausgespuckt, verhinderte dieses ihre Widerworte und trug – unter dem wissenden Schmunzeln der meist weiblichen Zuhörerschaft – zum gedeihlichen Zusammenleben und Happy End der Eheleute bei.

Nach einer kleinen Pause, in der sich die begeisterten Besucher bei Getränken und Gebäck stärken oder sich die ausgestellten Bilder von Peter Ibler näher betrachten konnten, ging die Märchenreise weiter. Sie führte zu Prinzensöhnen auf die Philippinen. Diese sollten eine Halle bis in den letzten Winkel füllen und mussten diese schwierige Aufgabe gemeinsam lösen.

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