Bürstadt

Spende Bürstädter Unternehmer übergeben Erlös ihrer Nähaktion an die Bürstädter Tafel

Masken bringen 2500 Euro ein

Archivartikel

Bürstadt.Die Spender kamen nicht nur mit einem großen Scheck in die Tafel. Sie brachten auch hundert Masken mit. Unternehmer Wolfgang Bacher hatte die Idee für die Aktion und lieferte auch den Vliesstoff, Kirsten Gräf war mit ihren Mitarbeitern und freiwilligen Helfern fleißig am Nähen, und Apotheker Hermann Müller verkaufte die Masken schließlich an seine Kunden.

Dabei blieb nach Abzug der Materialkosten der Erlös von 2500 Euro übrig, den die Tafel in den laufenden Betrieb stecken kann. „Die Masken nutzen wir selbst, oder stellen sie den Kunden zur Verfügung, wenn sie keine dabei haben“, kündigte Werner Straus, Teamleiter bei der Tafel, an.

Kirsten Gräf hatte lange überlegt, was sie tun könnte, um während der Corona-Zeit zu helfen. Als sie dann von Bacher den Anruf bekam, ob in ihrer Näherei Masken gefertigt werden könnten, sagte sie sofort zu. Die beiden Unternehmen befinden sich direkt nebeneinander, die Inhaber kannten sich bislang aber lediglich vom Sehen und Grüßen.

Bacher fertigt aus dem Vlies, das zerkleinert und mit Sand vermischt wird, Böden für Reitplatzbauer. Seine Böden wurden sogar schon bei Olympischen Spielen verwendet, wie er berichtet. „Wir bekommen das Vlies als Neuware und dachten, dass es sich auf für Masken eignet. Einige Rollen habe ich auch an Privatleute verschenkt, die Masken nähen wollten“, so Bacher. Das Material sei hautfreundlich und werde sogar für Babywindeln verwendet. Müller konnte das nur bestätigen: Das Vlies werde für Masken verwendet, die auch von Ärzten und medizinischem Personal genutzt würden.

Ungefähr zehn Leute sind beim Masken nähen im Einsatz. Einige Mitarbeiter machen sogar Überstunden dafür. „Als wir angefangen haben, waren gerade Gummizüge knapp, da haben wir eine eigene Lösung für die Befestigung am Kopf gefunden. Wir nutzen Bänder, die man verknoten kann“, berichtete Kirsten Gräf. Und die gibt es dann in unterschiedlichen Farben oder zumindest mit unterschiedlich gefärbten Nähten.

„Oft haben sich Familien bei uns eingedeckt, die für jedes Mitglied eine eigene Farbe gewählt haben“, lachte Müller. Der Stoff ist bei 60 Grad gut waschbar, bis zu 95 Grad verträgt er, aber da gebe es einige Einbußen. Auch im Backofen bei 60 Grad können die Masken eine halbe Stunde lang desinfiziert werden. In der Apotheke kostete der Mundschutz zuerst 8 Euro pro Stück, derzeit wird er für 6 Euro angeboten. Anfangs wurden säckeweise Masken gebraucht. Und Müller geht davon aus, dass die Nachfrage noch lange anhalten wird. Das heißt, auch die Produktion geht weiter.

Die Spendensumme ging an die Tafel, weil deren Mitarbeiter ein vorbildliches Engagement zeigten. „Viele gehören zur Risikogruppe und sind unermüdlich im Einsatz“, lobte Müller. In die Tafel kommen zurzeit wieder rund 400 Leute, die einmal die Woche Lebensmittel abholen können. Derzeit gibt es speziell für Kinder Schokolade aus den Supermärkten, die von Osterverkauf übrig geblieben sind. „Wir haben 16 Kisten bekommen und davon kleine Tüten gepackt. Das kommt sehr gut an“, bestätigte Straus.

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