Bürstadt

Soziales Spenden ermöglichen zweite Reise zum Therapiezentrum auf Curaçao / Aktion Urlaubsgeld läuft noch

Mirja darf erneut zu den Delfinen

Bobstadt.Mirja reist Ende September zum zweiten Mal zu den Delfinen. „Die Therapie und der Flug sind schon gebucht“, berichtet Nicole Jung, die Mutter der Achtjährigen. Es geht erneut ins Therapiezentrum auf Curaçao. Das Schwimmen mit den Delfinen habe dem Mädchen gut getan. Davon war ihre Mutter gleich nach dem Aufenthalt auf der niederländischen Karibikinsel im vergangenen September überzeugt. Deshalb war für sie sofort klar, dass sie Mirja diese Chance auf jeden Fall noch einmal geben möchte. Jetzt geht dieser Wunsch mithilfe von Spenden in Erfüllung.

„Mittlerweile robbt Mirja durch die ganze Wohnung“, erzählt Nicole Jung aus ihrem Familienalltag. Mirja hat eine kleine Schwester, die einjährige Lotte, die auch mit auf Curaçao war. Die Kleine kann schon stehen und läuft auch. „Sie hält sich dabei an Möbeln fest“, erklärt ihre Mutter. Auf jeden Fall schafft es Lotte aus eigener Kraft, zu den Schränken zu kommen und die Türen zu öffnen. „Mirja hoppelt hinterher und räumt dann aus.“ Die Zeiten, in denen die Achtjährige im Wohnzimmer in ihrer Spielecke auf dem Boden sitzen blieb, sind vorbei. Laufen kann Mirja zwar noch nicht. Aber sie hat genug Kraft und Körpergefühl, um sich auf dem Boden sitzend nach vorne zu bewegen. Stück für Stück robbt und rutscht sie dorthin, wo sie etwas Interessantes vermutet. Und das ist meist da, wo sich gerade ihre Mutter oder ihre Schwester befinden.

Mirja kam im Mai 2010 als gesundes Kind auf die Welt. Im Alter von einem Jahr erkrankte sie plötzlich schwer. Es war nicht klar, ob sie überleben würde. Das Mädchen schaffte es, am Leben zu bleiben. Allerdings erlitt sie Hirnschädigungen und ist seitdem behindert. Sprechen und laufen kann sie bis heute noch nicht. Doch Mirjas Eltern haben nichts unversucht gelassen, damit ihre Tochter gefördert wird, um Fortschritte zu machen.

Mirja ist ein fröhliches Kind geblieben. Ob Physiotherapie oder die ganzheitliche Förderung nach Petö – das Mädchen ist immer mit vollem Einsatz dabei. Beim Schwimmen mit Delfin Sami im vergangenen Jahr hatte sie immer viel zu lachen. „Sie ist seitdem emotionaler geworden“, berichtet ihre Mutter. Sie ist froh, dass ihre Tochter dieses Erlebnis bald wiederholen kann. Ermöglicht haben dies zwei Spenden: Die Stiftung Hoffnung für Kinder der Volksbank Darmstadt – Südhessen spendete 5000 Euro und die Stiftung Prowin 1000 Euro.

Nun muss Nicole Jung noch das Geld für die Unterkunft auf Curaçao zusammenbringen. Außerdem möchte sie die Petö-Therapie intensivieren und Mirja diese Behandlung in Ungarn ermöglichen. Das komplexe Fördersystem soll Menschen helfen, die Bewegungsstörungen durch Hirnschädigungen erlitten haben. Entwickelt wurde es vom ungarischen Arzt András Petö.

Sammelaktion geht weiter

Um Mirjas Reisekasse aufzubessern, läuft seit November eine Sammelaktion. Dabei kann übrig gebliebenes Urlaubsgeld aus dem Ausland in Spendenboxen eingeworfen werden. Auch alte Währungen wie D-Mark, Pesetas oder Schillinge werden gern angenommen. Es gibt Abgabestellen in Bürstadt, Bobstadt, Lampertheim und Mannheim. „Es hat sogar schon jemand einen 100-D-Mark-Schein abgegeben“, freut sich Nicole Jung. Ein Bekannter aus dem Familienkreis, der bei der Europäischen Zentralbank arbeitet, hilft ihr, bei den Währungen den Überblick zu behalten. Weiterhin gibt es das Spendenkonto bei der Bürgerstiftung: Raiffeisenbank Ried, IBAN DE27 5096 1206 0100 1605 55.

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