Bürstadt

Tage des offenen Ateliers Als einziger Bürstädter Künstler beteiligt sich Dietmar Fischer an der KUSS-Veranstaltung

Mit 81 Jahren noch Lust am Experimentieren

Archivartikel

Bobstadt.Was ist KUSS? Der KUSS heißt ausgeschrieben Kultursommer Südhessen und steht für einen Verein. Dieser wird ermöglicht durch die Zusammenarbeit der Landkreise Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Offenbach, Odenwaldkreis und der Stadt Darmstadt. Der Verein fördert kulturelle Veranstaltungen in der Region. Akzente setzt KUSS durch besondere Reihen. Dazu gehören die „Tage des offenen Ateliers“, die jetzt stattgefunden haben.

Obwohl Bürstadt über eine kreative Kunstszene verfügt und hier auch der Künstlerverein Bürstadt zu Hause ist, nahm in diesem Jahr in der Stadt nur der Keramikkünstler Dietmar Fischer am 26. Kultursommer Südhessen teil.

Der aus Berlin stammende 81-jährige ehemalige Architekt, der seit 1996 in Bobstadt lebt, lud nicht nur dazu ein, sich in seinem „Sommer-Atelier“ umzuschauen, sondern hatte seinen Garten und die Hofzufahrt in eine Open-Air-Vernissage verwandelt. Seine Werke zu betrachten, zauberte nicht nur so manches Lächeln auf das Gesicht der Besucher. Denn lustige, menschenähnliche Figuren ließen Raum für eigene Gedanken. Aber auch Tiere- und Menschengruppen sowie eine große „Knittervase“ gaben dem großen Garten ein ganz besonderes Aussehen. Zwischen Hecken, Stauden, Blumen und am kleinen Fischweiher standen mannshohe Skulpturen.

Rad neu erfunden

„Die großen Skulpturen kann ich nicht mehr machen“, verriet Dietmar Fischer. Deshalb widmet sich der Hobbykünstler heute kleineren Objekten. Doch die Lust am Experimentieren ist ihm erhalten geblieben. Sprichwörtlich das Rad hat er beim Zusammenfügen von Keramik und echtem Gold erfunden. Glitzernd stand es im Gras und zog die Blicke fast magisch an.

„Ich bin nicht auf Kommerz aus“, erzählte Fischer. Auch wenn er sich freut, wenn er einige seiner Werke verkaufen kann – allerdings schweren Herzens.

Er war viermal bei KUSS dabei, dieses Jahr das letzte Mal. „Der Aufwand für die Keramikausstellung ist sehr hoch.“ Er will sein Hobby zwar nicht aufgeben, aber langsamer machen. Beim Warten auf interessierte Besucher hatte er es sich mit seiner Ehefrau in der Sonne bei einer Partie Schach bequem gemacht. Wohl als Übung für mehr geistige als körperliche Schwerstarbeit.

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