Bürstadt

SKK Ramon Chormann sorgt bei seinem Auftritt in Bürstadt für viel Gelächter

Mit Karacho in die Kampagne

Bürstadt.Ramon Chormann, begnadeter Komödiant, Sänger, Klavierspieler und 25 Jahre lang als Büttenredner Garant für Kokolores und „dumm Zeich“, gastierte zwei Abende lang im ruck, zuck ausverkauften Vereinsheim des Bürstädter Spiel- und Kulturkreis. Mit seinem ausgefeilten Programm „25 Jahre Fastnacht“ hat er einen gelungenen Mix aus Büttenreden, Musik und urkomischen Anekdoten geschaffen. Die Zuschauer waren begeistert und hatten vor lauter Lachen kräftige Hitzewallungen.

Chormann kam ins Zweifeln: „Wie griescht mer, kaum dass die Christbäum’ abgeräumt sin, die Fastnacht hie?“ Die Sorge war unbegründet. Mit „Ritz am Baa“ oder „Ei, ei, ei da geht ja gar nichts“ stimmte er das Publikum auf die Kampagne ein. Er genieße die Fastnacht „dort, wo die Fenster und Leit nicht ganz dicht waren“ und mit mächtig „Gas im Kopp“ kräftig feierten. Fast verwundert stellte er fest, dass das Bürstädter Publikum ohne dieses „Gas“ die närrische Zeit in vollen Zügen genießen könne.

Die Zuschauer lachten sich fast schlapp über die Schilderung eines Besuchs im Einrichtungshaus. Dort, wo alle Möbel einen Namen haben und „gerammelt volle Parkplätze“ zum Standard gehören. Stöhnend beschwerte er sich über „bleede Bildscher“, die das Zusammenbauen der „schwedischen Pappdeckelmöbel“ nicht leicht machen. Schnappatmung löste er mit seinem Vortrag über „Zuchthäuslers Annemarie“ aus, die mit ihrem „Bub“ zum Einkaufen nach Mainz fährt. Seine zungenbrecherische Schnelligkeit löste kreischendes Gelächter aus. Seine Kalauer über weibliche „Schnudezieher“ trafen den Nerv des Publikums.

Direkt aus dem Leben schien seine Schilderung eines Verkaufsabends für Plastikschüsseln entsprungen zu sein, bei der er – allein unter 17 Frauen – über das „Butterdosen-Gastgeschenk“, tratschende Weiber, eine versierte Verkäuferin und unschlagbare „Shopping Queens“ im Kaufrausch genussvoll herzog. Kaum hatte sich das Publikum in einer kurzen Pause erholt, kam das Prinzenpaar Sabine III. und Michael II. direkt vom Neujahrsempfang der Stadt um anhand der Gesangslautstärke den Altersdurchschnitt im Saal zu überprüfen.

Ramon Chormann scheute nicht davor zurück, körperliche Leiden anzusprechen. So nahm er die Potenzpille Viagra aufs närrische Korn. Seine plastischen Schilderungen schalteten – ob man wollte oder nicht – unter lautem Gelächter unweigerlich das Kopfkino ein.

Doch bei allem Gelächter stellte er fest: „Fastnacht is a ernste Sach’.“ Denn neben dem Spaß und der Freud’ gebe es hinter den Kulissen Streit, Zank und auch Zensur. Mit seiner Büttenrede vom stotternden Beckmanns Peter, der sich als Bibel-Starverkäufer entpuppte, verabschiedete er sich. Weitere Auftritte sind bereits geplant. Mit dem zweiten SKK-Vorsitzenden Hans Ludwig gab’s ein Treffen an der Theke zur Terminabsprache.

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