Bürstadt

Fastnacht Närrische Regentschaft wechselt im Gemeindezentrum St. Michael in Bürstadt

Mit neuem Prinzen noch einmal auf den närrischen Thron

Bürstadt.Es ist ein gut gehütetes Geheimnis, das die Bürstädter Vereins-AG erst zur Inthronisierung am heutigen Montag um 18.11 Uhr im Gemeindezentrum St. Michael lüften will: Wer regiert die Narrenschar in der Kampagne 2019/2020? So viel schon vorab: Es gibt erneut ein Prinzenpaar. Wie die beiden heißen, soll hier noch nicht verraten werden. Ein paar Details aus dem Vorstellungsgespräch beim „Südhessen Morgen“ werden aber vielleicht den einen oder die andere auf die richtige Fährte locken.

Sie ist wahrlich kein Neuling auf dem närrischen Thron: 2005/2006 hatte sie als Infantin des Prinzregenten Andreas Kalka schon einmal geübt, wie es am närrischen Hof so zugeht. 2009 regierte sie dann zum ersten Mal die Bürstädter Narrenschar. Damals stand der Fastnachterin aus Leidenschaft ihr damaliger Freund und erster Ehemann zur Seite, dieses Mal wird es ihr zweiter Gatte sein, der mit ihr die Insignien der Macht entgegen nimmt.

„Ich habe die vorherigen Male nicht bereut“, sagt die 34-Jährige. Der Mann, der ihr im Leben und nun auch in der Fastnacht zur Seite steht, hofft dagegen, vom Erfahrungsschatz seiner Partnerin zu profitieren. Der 37-Jährige ist in Reutlingen aufgewachsen und kam so zwar mit der schwäbischen Fasenacht in Berührung. Die habe allerdings wenig mit der Fastnacht im Ried gemein, stellt er im Gespräch mit dieser Zeitung klar. Und als Hochburg würde er Reutlingen auch nicht bezeichnen. Das Studium führte ihn nach Mannheim, der Liebe wegen zog er 2014 nach Bürstadt. 2018 wurde geheiratet. Auch für den angehenden Prinzen ist es die zweite Ehe.

Beide leben nun das bunte Leben einer Patchwork-Familie. Die angehende Prinzessin bringt den siebenjährigen Fyn mit in die Ehe, ihr Mann den zehnjährigen Aidan und die 13-jährige Aaliyah, die allerdings bei ihrer Mutter leben. Die drei sind zwar in keinem Fastnachtsverein, werden die fünfte Jahreszeit aber nun von einer ganz besonderen Seite kennenlernen.

Beruflich sind beide künftigen Hoheiten sehr eingespannt. Er ist kaufmännischer Geschäftsführer in einer Marketing-Agentur in Frankfurt und viel unterwegs – „vor allem mit der Deutschen Bahn“, erklärt er. Internationale Meetings fänden hingegen häufig als Computer-Konferenzen statt. Für die heiße Phase der fünften Jahreszeit hat er schon Home-Office eingeplant. Sie ist studierte Rechtspflegerin und arbeitet am Amtsgericht in Mannheim. Man darf also auf die närrischen Paragrafen zum Rathaussturm gespannt sein.

Schon vor einem Jahr hatten die beiden mit dem närrischen Thron geliebäugelt, doch dann erkrankte die Mutter der Prinzessin schwer und verstarb schließlich. Die Familie – einschließlich des ebenfalls bis dahin närrisch engagierten Vaters – zog sich deshalb aus dem fastnachtlichen Treiben zurück.

Sponsoren willkommen

Doch jetzt soll der Traum von der zweiten Regentschaft in Erfüllung gehen. Sponsoren sind gefunden, Kleider ausgesucht, der große Tag und die fünfte Jahreszeit können kommen. Gut vorbereitet ist auch die Vereins-AG mit Präsidentin Sandra Beilstein und dem Vorsitzenden Steffen Schweickert. Im Gegensatz zum Prinzenpaar sind sie nach wie vor auf der Suche nach Sponsoren. „Wir hoffen noch auf den Millionär, der bei uns einsteigt“, witzelt Sandra Beilstein und verspricht dem Prinzenpaar für diesen Fall einen Porsche als Dienstfahrzeug und eine Faschingswoche im Hotel am Waldschwimmbad.

Doch Scherz beiseite – die Kampagne und vor allem der Umzug am Faschingssonntag sind ohne finanzielle Unterstützung nicht zu stemmen. Vier bis fünf Kapellen sind geplant, für die noch die Gage organisiert werden muss. Beim Umzug fallen zudem Versicherungsbeiträge für die Teilnehmer und Gema-Gebühren an.

Deshalb geht die Vereins-AG auch neue Wege beim Pin, der kleinen Eintrittskarte zum Umzug. Er wird in diesem Jahr durch einen Button ersetzt. „Die sind einfacher zu produzieren“, erklärt Schweickert. Deshalb gibt es gleich 3000 Stück, und der Preis steigt von 1,50 Euro auf 2 Euro. „Da kann man auch besser abkassieren“, erklärt Beilstein.

Abgebildet ist auf dem Button wie auf dem Pin das Bild des Jahresordens. Das Motto heißt dieses Mal „Die Zeit steht nicht still – Bürstadt sich verändern will“. Als zentrale Punkte sind der Bahnhof, der Bildungs- und Sportcampus und der geplante Kreisel in der Nibelungenstraße abgebildet.

Anmeldungen für den Umzug sind schon online möglich. Auch die neuen Buttons können gleich mitbestellt werden. Die heiße Planungsphase mit den dazugehörigen Besprechungen bei der Stadt beginnen dann Anfang des Jahres. Und auch für den Fastnachtsmarkt, der wieder nach dem Umzug als Partymeile dienen soll, laufen derzeit die Vorbereitungen.

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