Bürstadt

Bebauung Anwohner kritisieren Vorhaben in der Mainstraße 54

Nachbarn fürchten um Privatsphäre

Archivartikel

Bürstadt.Mit einem offenen Brief richten sich Bewohner der Clemensstraße 21 an die Stadtverordneten von Bürstadt. Sie kritisieren, mit der Zustimmung zum Bauprojekt in der Mainstraße 54 stelle „sich die Mehrheit der Stadtverordneten ausschließlich auf die Seite eines Investors, der sich angeblich der Schaffung von ,altersgerechtem Wohnraum’ verpflichtet fühlt“. Der Bebauungsplan für barrierefreies Wohnen auf der großen Brachfläche zwischen Mainstraße, Kirschstraße und Clemensstraße – zwischen bestehenden Wohnhäusern – wurde am 1. Juli vom Parlament auf den Weg gebracht. Der Bürstädter Unternehmer Michael Vetter plant dort drei bis zu 12,50 Meter hohe Gebäude.

Eine Kompromisslösung, die die Anliegen der Bewohner von Clemens- und Kirschstraße berücksichtigen, sei nicht beachtet worden, kritisieren Andre Brandner, Christian Hartmann, Julia Hartmann, Manfred Hartmann, Rosi Hartmann und Nicole Leggieri im Brief. Diese Nachbarn des geplanten Neubaus betrachten das „seniorengerechte Wohnen“ als vorgeschobenes Argument, um bestehende Bebauungsvorgaben zu umgehen – zugunsten des Investors. Denn auch bei der Bebauung des Bobstädter Messplatzes seien „mitnichten alte Menschen eingezogen“.

Allgemeine Vorgaben würden mit Verweis auf Senioren ignoriert, kritisieren die Anwohner. So würden beispielsweise weniger Parkplätze als vorgeschrieben geschaffen. Aber auch der Abstand zu angrenzenden Grundstücken falle geringer aus. Deshalb fürchten sie um ihre Privatsphäre: „Anwohner in Main-, Kirsch- oder Clemensstraße haben dann das Vergnügen, dass sie aus noch größerer Nähe von drei Metern im Pool, im Garten oder auf der Terrasse beobachtet werden können.“ Zudem sind sie überzeugt, dass die neuen Bewohner umliegende Straßen zuparken. Schon jetzt gebe es einen großen Mangel an Stellflächen.

In der Umgebung seien die Häuser zweieinhalbgeschossig mit Spitzgiebeldach erbaut, heißt es in dem Schreiben weiter. Gegen eine dementsprechende Bebauung sei im Sinne einer verdichtenden Nutzung in der Innenstadt nichts einzuwenden. Doch in der Mainstraße 54 ist eine dreieinhalbgeschossige Bebauung geplant. „Vorgesehene Penthouse-Wohnungen werden verniedlichend nur als halbes Geschoss benannt und die Bauhöhe als der Umgebungsbebauung angepasst bezeichnet“, kritisieren die Anwohner.

Die Oberkante der Penthouse-Wohnungen reiche bis in die Höhe der Spitzgiebel der benachbarten Häuser. „Worin hier die Anpassung liegt, erschließt sich nicht. Zu alldem passt, dass ein Einspruch der bereits 2017 geltend gemacht wurde, vom Bauamt der Stadt zuerst als gar nicht vorliegend bezeichnet wurde“, schreiben die Nachbarn verärgert. Später habe es in den zuständigen Gremien geheißen,ähnlich lautende Einwände seien ja beachtet worden. Tatsächlich sei ihr Einwand nicht beachtet worden. red

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