Bürstadt

Stadtentwicklung Weg über die Nibelungenbahn in Bürstadt barrierefrei / Nun kommt der Zugang zu den Hochbahnsteigen dran

Neuer Bahnübergang ist fertig, Bau der Aufzüge steht bevor

Bürstadt.Wie schon im Frühjahr bei der Einweihung des Bahnhofsvorplatzes regnete es auch am Mittwoch, als Bürstadts Bürgermeisterin Bärbel Schader den neuen ebenerdigen Bahnsteig für die Nibelungenbahn seiner Bestimmung übergeben hat. „Eigentlich müsste die Sonne über diesem Projekt scheinen“, betonte die Bürgermeisterin. Nicht zuletzt ihrer Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass nun die Bürstädter die Gleise der Nibelungenbahn ebenerdig queren können und damit die Stadt an dieser Stelle nicht weiter in zwei Teile zerschnitten bleibt.

Das betonte auch Gerrit Gras, der das Bauprojekt für die DB Netz AG betreut hat. „Üblicherweise wird in so einem Fall eine Über- oder eine Unterführung gebaut und kein neuer Bahnsteig“, machte der Planer deutlich. Auch Schader erinnerte daran, dass die Deutsche Bahn zunächst mit Aufzügen an dieser Stelle geplant hatte, um einen barrierefreien Übergang über die Gleise herzustellen. Dagegen hatte sich die Bürgermeisterin gewehrt. „Ich wollte eine ebenerdige Lösung wie in Lorsch“, betonte sie. Dafür holte sie immer wieder die Beteiligten an einen Tisch, sprach sogar beim Eisenbahnbundesamt vor und erreichte schließlich diese Lösung. Sie hat allerdings mit 750 000 Euro – plus eines noch nicht vollständig bezifferten Aufschlags, der sich während des Baus ergeben hat – ihren Preis, den zunächst die Stadt Bürstadt allein bezahlen muss. „Wir sind der Vertragspartner der Deutschen Bahn“, so Schader. Doch wer sie kennt, ist nicht überrascht, dass die Verwaltungschefin auch hierfür bereits ein Förderpaket aufgetan hat. Hessen Mobil unterstützt die Maßnahme mit einem Zuschuss von 80 Prozent der Projektsumme.

Der eine Bauabschnitt am Bahnhof ist fertig, der nächste beginnt am kommenden Montag, 7. Oktober. Denn um die Hochbahnsteige, die bereits 2016 und 2017 für die S-Bahn Rhein- Neckar, die zwischen Mannheim und Frankfurt verkehrt, umgebaut wurden, barrierefrei zu erreichen, bleibt tatsächlich nur der Bau von Aufzügen. Auch hier wurde lange geplant und gerungen. Nun sollen die Aufzüge in unmittelbarer Nähe der Treppe in den Bahndamm hineingebaut werden. Eine Lösung, die für die beiden Aufzüge links und rechts des Damms ebenfalls nicht gerade günstig kommt: 2,2 Millionen Euro Bausumme sind veranschlagt.

Fertiggestellt sein soll die Aufzuganlage im März 2020. Die Bürgermeisterin hofft dann auf eine schnelle Inbetriebnahme. Doch Rolf Burckhart, der dieses Projekt für die DB Station und Service betreut, bremst die Erwartungen. Für die technische Abnahme rechnet er bis zu sechs Monate ein. „Es kann schon das dritte Quartal werden“, sagte er.

Schader hat aber auch erreicht, dass die Treppenanlage saniert wird. Auch hier waren lange Verhandlungen nötig. „Die Bahn hat die Treppe als verkehrssicher eingestuft und wollte zunächst nur einige Steine austauschen“, so die Bürgermeisterin. Sie habe von Anfang an auf eine Sanierung gedrängt. Der wollte die Bahn aber nur zustimmen, wenn die Stadt die Hälfte der Kosten übernimmt. Nun teilen sich Stadt, Kreis und Verkehrsverbund Rhein-Neckar diesen Part, wobei Stadt und Kreis je 20,2 Prozent übernehmen. Für die Stadt sind das nach aktuellem Stand 150 000 Euro, die im Haushalt eingeplant sind. Landrat Christian Engelhardt begründete die Zusage der Förderung mit dem Engagement des Kreises für den Öffentlichen Nahverkehr und dessen Barrierefreiheit.

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