Bürstadt

Innenstadt Bis Ende Juli soll die Mainstraße wieder freigegeben werden / Baustelle rückt nach und nach weiter in die Nibelungenstraße bis zum Viadukt

Neuer Kreisel nimmt Kontur an

Archivartikel

Bürstadt.Der Kreisel am Historischen Rathaus in Bürstadt hat Form angenommen. Bis Ende Juli sollen die Konturen mit Asphalt und Pflastersteinen aufgefüllt sein. Dann herrscht wieder freie Fahrt auf der Mainstraße. „Die Baustelle rückt noch ein Stück weiter in die Nibelungenstraße rein“, erläutert Polier Jawan Davood, bevor zehn Meter entfernt ein Presslufthammer angeworfen wird. Unterhaltungen auf der Baustelle sind nicht immer einfach. Gut, dass Bürgermeisterin Bärbel Schader zum Ortstermin mit unserer Redaktion einige Entwürfe mitgebracht hat. So ist ganz ohne Erklärungen zu verstehen, wie es an der Kreuzung in nur wenigen Monaten aussehen soll.

Der Kreisel ist nur die erste Etappe beim Umbau der verkehrsberuhigten Nibelungenstraße. Bis zur Mainstraße soll dieser Bereich ein völlig neues Gesicht erhalten. Mit einer eigenen Spur, die nur für Radfahrer reserviert ist. Und zwar in beiden Fahrtrichtungen. Autos dürfen nach wie vor nur in Richtung Mainstraße durch die verkehrsberuhigte Zone rollen. „Eine echte Fahrradstraße wird es zwar nicht“, verweist die Rathaus-Chefin auf die Entscheidung des Parlaments. „Trotzdem haben Radfahrer hier künftig mehr Platz und Sicherheit.“

Der Kreisel hat eine ganze ähnliche Funktion: Der Verkehr kann fließen, aber langsam. Damit soll mit den Staus vor dem Historischen Rathaus endgültig Schluss sein. Und dem Schwerlastverkehr soll der Spaß daran verdorben werden, mitten durch Bürstadt zu fahren. Allerdings erhält der Kreisel in der Mitte eine Art erhöhte Kappe aus Pflastersteinen. „Überfahrbarkeit“, nennt Bärbel Schader als Stichwort. Busse und größere Gefährte können das Rondell in der Mitte queren – verbunden mit einer ordentlichen Schaukelei.

Bäume geplant

Die beliebte Terrasse vor dem Historischen Rathaus verliert zwar einiges an Quadratmetern. Dafür erhält das Café Flair im Erdgeschoss ein neues Außengelände in Richtung Buchhandlung Pegasos. Auch dazu gibt es eine hübsch gezeichnete Ansicht: Der großzügige Bereich wird von einem kleinen Mäuerchen eingefasst, das ebenfalls zum Sitzen einlädt. „Die Farbgestaltung haben wir dem Historischen Rathaus angepasst“, erklärt die Bürgermeisterin. Ein sanfter Rotton hat das Rennen gemacht. „Auch das Pflaster haben wir sehr intensiv ausgesucht.“ Es soll schließlich ein ansprechendes Entrée zur Nibelungenstraße werden. „Aufenthaltsqualität“ lautet das nächste Stichwort.

Neue Bäume sind ebenfalls geplant: Vier stattliche Exemplare sollen vor dem Historischen Rathaus Platz finden, dazwischen könnten weitere Tische und Stühle angeordnet werden. In der verkehrsberuhigten Zone sind noch mehr Bäume geplant, außerdem Parkplätze entlang der Fahrbahn – „genauso viele wie zuvor“, versichert die Rathaus-Chefin. Direkt vor der Raiffeisenbank ist eine Ladezone für die umliegenden Geschäfte vorgesehen.

Noch immer können Autofahrer in die verkehrsberuhigte Zone bis fast vor die Baustelle gelangen. „Das wird sich allerdings ändern, wenn die Arbeiten weiter rücken“, macht Oswin Klees vom Tiefbauamt deutlich. „Dann wird ab der Marktstraße gesperrt.“ Die Geschäfte müssen allerdings immer erreichbar sein, versichert er. Im Moment ist das Pflaster gerade bis an die Fassade der Buchhandlung aufgerissen. Ein schmaler Steg führt trotzdem direkt bis an die Tür. So soll es auch mit den übrigen Geschäften laufen. Polier Davood nickt vielsagend: Die Bauleute müssen immer wieder neue Wege zu den Ladentüren ebnen.

Eines versprechen alle Beteiligten hoch und heilig: Bis November soll auch das Stück bis zur Marktstraße erneuert sein. „Spätestens Ende November“, schiebt der Polier nach. Das Weihnachtsgeschäft müsse schließlich ungestört laufen können. Die Corona-Krise hat den Einzelhandel auch in Bürstadt heftig getroffen, darüber sind sich Planer wie Politiker einig. Das Ziel ist klar abgesteckt: Im Dezember sollen die Bürstädter wieder in der verkehrsberuhigten Zone flanieren können.

Damit ist der Umbau der Nibelungenstraße allerdings noch nicht abgeschlossen: Gleich im Anschluss nehmen die Arbeitertrupps das Stück bis hin zum Viadukt in Angriff. „Die Fahrbahn reißen wir allerdings nicht auf“, stellt die Rathaus-Chefin klar. Allerdings werden neue Bäume gepflanzt. In der Nähe des Bahndamms sind Fahrradboxen vorgesehen. Und dem Radverkehr sollen ebenfalls mehr Rechte eingeräumt werden. „Dafür werden Piktogramme auf dem Asphalt aufgezeichnet“, kündigt Bärbel Schader an.

Im Frühjahr ist dann endgültig Schluss mit Aufbaggern und Pflastern. Und mit etwas Glück kann dann – trotz der Corona-Krise – endlich wieder ein bisschen gefeiert werden.

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