Bürstadt

Verein für Heimatgeschichte Ausflug in die Landeshauptstadt der Pfalz / Besuch im Museum für Antike Schifffahrt

Nordheimer auf den Spuren der Mainzer Geschichte

Archivartikel

Nordheim.Der Verein für Heimatgeschichte Nordheim besuchte kürzlich die ehemalige Provinzhauptstadt von Obergermanien. Bei schönstem Wetter führte die Fahrtroute am Rhein entlang, über Oppenheim und Nierstein in die pfälzische Landeshauptstadt Mainz. Am Museum für Antike Schifffahrt hatte Ursula Diaz bereits die große Gruppe angekündigt, so dass sofort die Führung zu den einmaligen, vor Jahrzehnten ausgegrabenen Römerschiffen mit ihren naturgetreu rekonstruierten Nachbauten beginnen konnte.

Vom großen 22 Meter langen Mannschaftsboot bis hin zum wendigen Grenzfahrzeug der Flottensoldaten gab es viele Einzelheiten zu entdecken. Bunt bemalt waren einst die großen Ruderboote aus Eichenholz, die auch gesegelt werden konnten. Die Römer stellten sich das Meer und den Fluss von Fabelwesen bewohnt vor. Sie malten vorne auf ihre Schiffswände Augen, damit das Schiff Ungeheuern und Gefahrstellen selbstständig ausweichen konnten. Wenn auf See Delfine das Schiff begleiteten, galt es als gutes Omen.

Am Grabstein des Marcus Julius Sabinianus war zu erkennen, dass die geschulten Flottensoldaten zu den herausgehobenen, gut besoldeten Legionären zählten. Darstellungen auf römischen Marmorsarkophagen in Italien belegen, dass die Flottensoldaten Nichtschwimmer waren. Über den mit Besuchern prall gefüllten Marktplatz, vorbei am Theaterfest, ging es in den Hohen Dom zu Mainz. Die in den Jahren 975 bis 1036 erbaute romanische Pfeilerbasilika ist das Herzstück des Bistums Mainz, dessen frühere Erzbischöfe bis 1803 als Reichsfürsten Landesherrn in der Kellerei Heppenheim und damit auch in Biblis waren.

Der Nachmittag war dem berühmtesten Sohn der Stadt Mainz, Johannes Gutenberg, gewidmet. Nach einem Straßburger Aufenthalt, zog es den jungen vermögenden Mainzer wieder in seine Vaterstadt zurück. Hier erfand er den Buchdruck mit gegossenen beweglichen Lettern und der Druckerpresse. Im Weltmuseum der Druckkunst wurde vorgeführt, wie er mit 20 Mitarbeitern seine Werkstatt betrieb. Er erfand eine teilmechanisierte Buchstabengießform, die es erlaubte in kurzer Zeit genormte Bleibuchstaben anzufertigen, die dann in zwei Reihen zu je 42 Zeilen, eine Seite der Bibel ergaben. Die Gruppe konnte kostbarste Ausstellungsstücke wie die lateinischen Gutenberg-Bibeln, die in einem begehbaren, abgedunkelten und klimatisierten Tresor verwahrt sind, begutachten. Mit einem Bummel durch die Altstadt von Mainz klang der erlebnisreiche Tag aus. red

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