Bürstadt

Umwelt Henry Riechmann nimmt bei der Gemarkungsrundfahrt der Stadt Grünflächen und Biotope ins Visier

Pappeln machen Riedrodern Sorgen

Bürstadt.Bei der alljährlichen Gemarkungsrundfahrt der Stadt Bürstadt war die Resonanz eher bescheiden. „Die Politik glänzt sehr mit Abwesenheit“, gab sich Bürgermeisterin Barbara Schader nicht wirklich zufrieden mit der Teilnehmerzahl. Doch auch sie musste aus gesundheitlichen Gründen passen, und konnte ihren Platz auf der Rolle nicht einnehmen.

Treffpunkt war wie immer das Gelände des Bulldogclubs im Boxheimerhof, von wo aus der Verein die Interessierten per Trekker durch die Gemarkung chauffierte. Nachdem Schader sich dafür bedankt hatte, übernahm Henry Riechmann die Leitung der Exkursion. Als Diplom-Biologe und Sachbearbeiter der Stadt Bürstadt für Natur und Landschaft führte er die Mitfahrer zunächst an den Blühstreifen „Stemmlers Benn“ an die verlängerte Forsthausstraße. Mit dessen Entwicklung war er nicht zufrieden. Zu viel Gerste behindere andere Pflanzen und so die gewünschte vielfältige, üppige Blütenlandschaft.

Der Weg ging dann weiter Richtung Riedrode, zu dort auf dem Feld angelegten Tümpeln, die sich als Vernässungsgebiet besonders gut für Amphibien wie Kreuzkröte, Wechselkröte und Springfrosch eignen. Dort hat sich auf natürliche Weise Schilf gebildet, welches alle zwei Jahre abgemäht werden muss.

Von hier ging es zu den nur wenige Meter entfernten Pappeln. Nach dem Zweiten Weltkrieg angepflanzt, ist ihr Zustand seit geraumer Zeit Gegenstand von Diskussionen. Riechmann: „Eine Überalterung ist klar zu erkennen. Deshalb sind aus Gründen der Verkehrssicherheit umfangreiche Maßnahmen wie Rückschnitt oder gar Fällungen wohl unvermeidbar,“ erklärt Riechmann. Es müsse dann allerdings zeitnah für einen angemessenen Ausgleich gesorgt werden, denn das Areal sei nicht nur ein bedeutender Teil des Landschaftsbildes, sondern darüber hinaus ein Lebensraum geschützter Tierarten.

Am benachbarten Gänsweidgraben wurden Flurbereinigungsmaßnahmen erörtert. Es ging darum, ob man den stark verlandeten Graben nur einseitig oder beidseitig vom Wildwuchs befreien sollte. Vor und Nachteile kamen zur Sprache. Mit Blick auf brütende Vögel favorisierte man die einseitige Variante. Zum Abschluss fuhren die Teilnehmer zum Sportplatz in Riedrode. Ein neuer Wall wurde als Begrenzung des Parkplatzes errichtet, auf dem nun eine Blühmischung für Bienen ausgesät wurde. jkl

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