Bürstadt

Jusos Überrascht über das „Ergrünen der CDU“

Parteifarbe sollte keine Rolle spielen

Archivartikel

Bürstadt.Die Jusos Ried begrüßen die neuerlichen Vorschläge zum Umwelt- und Klimaschutz der Bürstädter CDU und zeigen sich zugleich verwundert über einige der geplanten Vorhaben. Viele der CDU-Ziele seien bereits Gegenstand vergangener Diskussionen in den politischen Gremien der Stadt gewesen.

Mit dem Konzept der „Essbaren Stadt“ beispielsweise habe die Bürstädter SPD auf Initiative der Jusos bereits ein Projekt vorgeschlagen, wonach öffentliche Grünanlagen zum Garten für Bürgerinnen und Bürger umgestaltet hätten werden sollen. „Damals hat die schwarz-gelbe Koalition noch keinen Handlungsbedarf gesehen und unseren Antrag abgelehnt. Jetzt findet sich die Idee im CDU-Papier wieder. Das hat mindestens einen faden Beigeschmack“, meinen die Jusos und erkennen darin einen Trend, der sich durch das Papier ziehe.

So seien auch die Grünen in der Vergangenheit mit einem Antrag auf den freiwilligen Verzicht von Pestiziden wie Glyphosat gescheitert. „Teile der CDU haben den Antrag damals ins Lächerliche gezogen und die Diskussion um Glyphosat mit einem möglichen Verbot von Salami verknüpft, da die Wurst bei Erhitzung ebenfalls krebserregend sei“, erinnert sich der stellvertretende Juso-Vorsitzende und Bürstädter Stadtverordnete Philipp Ofenloch. „Der Ortsvereinsvorsitze Alexander Bauer bezeichnete das Thema damals als Sache vom Bund und von der EU, jetzt hält er ein Umwelt- und Klimaschutzpapier hoch und fordert darin den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel seitens der Stadt.“

„In der Sache richtig“

Zwar freuen sich die Jusos über das „plötzliche Ergrünen“ der Bürstädter CDU, gleichzeitig dränge sich aber der Verdacht auf, dass dies dem Umstand geschuldet sei, dass dem Umwelt- und Klimaschutz derzeit allgemein eine höhere Bedeutung in der öffentlichen Wahrnehmung zukomme. Wenige Ziele seien gänzlich neue Einfälle der CDU. Modelle zur Vermittlung leerstehenden Wohnraums durch die Stadt, die Einführung eines kommunalen Mehrwegsystems für „Coffe to go“-Becher oder die Begrünung von Dachanlagen seien nur einige Beispiele, die nicht von der CDU, sondern durch die SPD-Fraktion Einzug in die politische Diskussion fanden.

„Wir stehen dem Papier der CDU trotz allem positiv gegenüber. Viele der Vorschläge begrüßen wir, weil sie in der Sache richtig sind“, erklären die Jusos. „Es darf nicht mehr sein, dass Ideen erst zerredet, abgelehnt und dann in einem eigenen Papier wieder auftauchen. Gerade beim Umwelt- und Klimaschutz können wir es uns nicht erlauben, in Parteifarben zu denken.“

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