Bürstadt

Live erleben ZDF-Moderator im Bürstädter Bürgerhaus zu Gast / Raiffeisenbank rückt ihren Gründer in den Mittelpunkt

Peter Hahne stößt Wertediskussion an

Bürstadt.Seit 25 Jahren bietet die Raiffeisenbank Ried ihren Kunden einmal im Jahr im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Live erleben“ die Möglichkeit, prominente Persönlichkeiten kennenzulernen. Dieses Mal war es der Fernsehmoderator Peter Hahne, der im Bürgerhaus vor etwa 400 Zuschauern seine Visitenkarte abgab.

Vorstandsmitglied Claus Diehlmann machte in seiner Begrüßung klar, dass man den Gast nicht zufällig ausgewählt habe. 2018 jährt sich der Geburtstag des Sozialreformers und Mitbegründers der genossenschaftlichen Bewegung in Deutschland, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, zum 200. Mal. Deshalb – so Diehlmann – wollte man für den Abend einen Redner gewinnen, der das Thema Werte in den Fokus stellt.

Der studierte Theologe legte auch gleich entsprechend los. Karl Marx sei im selben Jahr geboren wie Raiffeisen. Doch das Gedenken an Marx nehme in der Öffentlichkeit deutlich mehr Raum ein. Für Hahne ein Unding. „Karl Marx hat in der Geschichte der Menschheit eine Blutspur hinterlassen“, sagte der 66-Jährige. Friedrich Wilhelm Raiffeisen dagegen habe sich als Förderer des Mittelstandes, insbesondere von Handwerkern und Landwirten präsentiert.

„Wahre Genossen sind nicht rot“, machte er aus seiner politischen Einstellung keinen Hehl. „Seien Sie froh, dass Sie in Bürstadt leben“, so der in Berlin wohnende Bild-Kolumnist. Im hessischen Ried sei alles weihnachtlich geschmückt, in seiner Wahlheimat dagegen würde meist nur der Halbmond zu sehen sein.

Hahne stellte unter Beweis, dass er mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält und diesbezüglich keiner Diskussion aus dem Wege geht. Die Finanzkrise sah er nicht als das eigentliche Problem, viel eher den Bildungsnotstand in Verbindung mit einer Vertrauens- und Verantwortungskrise. Kein Politiker übernehme noch für irgendetwas die Verantwortung. Dementsprechend hätten die Bürger keinerlei Vertrauen mehr zu ihnen. Politik werde nur aufgrund aktueller Stimmungslagen gemacht. Als Beispiel nannte er den Atomausstieg kurz nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima und die Abschaffung der Wehrpflicht.. Er charakterisierte die Förderung von Kultur und Bildung als Teil der Problemlösung, ein Wertegerüst zur Orientierung sei dabei ebenfalls unerlässlich.

Das Publikum folgte den Ausführungen Hahnes mit Interesse, wobei er nicht nur Zustimmung erntete.

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