Bürstadt

Integration Zertifikate für Bildungsprogramm verliehen

Projekt unterstützt junge Flüchtlingsfamilien

Bürstadt.Im Schulungsraum des Interkulturellen Büros in der Alten Schillerschule sah man nur strahlende Gesichter. Denn zum Abschluss ihrer Teilnahme am Bildungsprogramm „Als Familie sind wir stark“, an dem acht in Bürstadt beheimatete Flüchtlingsfamilien aus Syrien und Somalia mit ihren Kindern teilgenommen hatten, bekamen diese ihre Zertifikate über ihre erfolgreiche Teilnahme zur Integration überreicht.

„Es ist ein schöner Tag“, freute sich Bürgermeisterin Bärbel Schader. Denn in mehr als 20 Stunden hatten sich die Teilnehmer viel Wissen über Deutschland angeeignet. Neben vielen Informationen über die Funktionsweise von Institutionen, Kindergärten und Schulen hatten sie über unterschiedliche Erziehungsstile diskutiert und sich Wissen um die Rechte von Kindern angeeignet. Das deutsche Gesundheitswesen kam ebenso zur Sprache wie Stressbewältigung.

„Ich habe gehört, dass allen die Teilnahme am Programm so viel Spaß gemacht hat, dass sie die Unterrichtszeit regelmäßig überzogen haben“, sagte Schader. Auch dass sich die Teilnehmer nach dem Unterricht getroffen, gemeinsam das Fastenbrechen begangen und auch einen gemeinsamen Ausflug geplant haben, hob sie hervor. Ihren Dank sprach sie dem Integrationsbeauftragten Jürgen Knödler und den Trainern Hawar Nur und Dietmar Haller aus. Zudem schloss sie in ihre Dankesworte die Ehrenamtlichen Christel Kilian ein, die – gemeinsam mit einer Erzieherin des Lernmobils Viernheim – die Kinder der Familien während der Zusammenkünfte betreut hatte.

Das Projekt „Als Familie sind wir stark“ habe sich aus einem internationalen und vom Lernmobil Deutschland übernommenen Vaterprogramm entwickelt, erklärte Lernmobil-Geschäftsführer Gerd Baltes. Gefördert vom Land Hessen und der Hessenstiftung „Familie hat Zukunft“ entwickelten Hande Birkalan-Gedik, Brigitta Eckert und Gerd Baltes ein Integrationsprogramm mit zehn Modulen.

Große Herausforderung

Zielgruppe sind geflüchtete Familien mit Kindern im Grundschulalter. Sie stehen vor der Herausforderung, ihre Kinder in einem ungewohnten Umfeld erziehen zu müssen. Unterschiedliche Weltanschauung und Religion sowie soziale Normen spielen bei der Integration eine Rolle. „Die Herausforderung besteht darin, die kulturelle Identität der zugewanderten Menschen zu achten und Werte und Normen der Aufnahmegesellschaft aufzuzeigen“, so Baltes

Bürstadt bescheinigte er für die Pilotphase „einen großen Erfolg“. So steht bereits der nächste Kurs an. Zudem wird an einem Programm für Familien mit Teenagern gearbeitet.

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