Bürstadt

Städtebau Anwohner der Bahnhofsallee wehren sich erneut gegen die Umgestaltung der Straße und des Bahnhofsumfelds

Protest gegen Pläne geht weiter

Bürstadt.Die Umgestaltung des Bahnhofsareals biegt auf die Zielgerade ein. Noch bis zum 27. September haben Bürger und öffentliche Stellen die Möglichkeit, ihre Einwände gegen den Umbau der Bahnhofsallee und die Neugestaltung des Geländes rund um den Bahnhof einzubringen. Genau diese - vielleicht letzte - Chance will die Bürgerinitiative "Unser Bahnhof" nutzen, um das Projekt noch aufzuhalten.

Herbert Massoth und Alfred Roth gehören zu den Kritikern der ersten Stunde. Sie laden mit anderen Anwohnern der Bahnhofsallee zu einem Pressegespräch ein, lassen die Historie ihres Protests einschließlich Online-Petition und gescheitertem Anlauf zum Bürgerentscheid Revue passieren und stellen die Kritikpunkte vor, die sie schriftlich bei der Stadt einreichen wollen.

Ihr Hauptanliegen ist es, dass die Straßenführung in der Bahnhofsallee erhalten bleibt. Derzeit sind die Fahrspuren großzügig durch einen Grünstreifen geteilt. Künftig sollen beide Fahrbahnen direkt an ihrer Haustür vorbei führen. "Der Gehweg soll nur noch 1,80 Meter breit sein statt 2,50 Meter", erklärt Roth. Die Fahrbahnen werden jeweils um einen halben Meter schmäler als jetzt, und die Straße rückt dichter an die Bäume heran. "Am Grünstreifen soll 80 Zentimeter tief ausgebuddelt werden", macht sich Roth Sorgen um die Wurzeln der Lindenbäume, die hier seit Jahrzehnten stehen.

Was die Anwohner noch ärgert, ist, dass die Busse künftig auch in der Bahnhofsallee halten sollen, damit der Bahnhofsvorplatz vergrößert werden kann. "Die Bürgermeisterin will ein schönes Entrée für die Reisenden schaffen", sagt Massoth. "Aber es ist nicht bekannt, was aus dem Gebäude wird", kritisiert er. Man wisse lediglich, dass es schon zwei Mal verkauft worden sei.

Und schließlich machen sich die Anwohner Sorgen, dass es mehr Lärm und Feinstaub gibt. Das Lärmgutachten sei zwar positiv ausgefallen, "aber nur durch einen Trick", sagt Roth mit Blick auf die unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen links und rechts der Bahnhofsallee, wo es sich einmal um Wohn- und einmal um Mischgebiet handelt. Die Bürger hoffen nun, dass sich ihnen noch andere anschließen und ihre Einwände gegen die Pläne formulieren. Selbst wenn sie scheitern, bereut Roth das Engagement nicht. "Wir waren Vorreiter für andere, die sich gegen Bauprojekte wehren. Und wir haben viel gelernt."

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