Bürstadt

Kriminalität Betrüger geben sich per E-Mail als Bürstädter Bürgermeisterin aus / Polizei warnt vor perfider Masche

Rathaus-Mitarbeiter durchschaut Trick

Archivartikel

Bürstadt.Bürgermeisterin Bärbel Schader ist entsetzt: Mit einem perfiden Betrugsversuch hatten Kriminelle versucht, fast 70 000 Euro zu ergaunern. „Mein Kassenverwalter hat aber sofort richtig reagiert und bei mir nachgefragt“, berichtet die Verwaltungs-Chefin. Die Täter gingen leer aus.

Am Montag erreichte den Rathaus-Mitarbeiter eine E-Mail – als Absender war eine private Adresse von Bärbel Schader angegeben. Darin seien ganz geschickt Umstände geschildert worden, die eine dringende Überweisung von 68 350 Euro begründeten, wie die Polizei gestern mitteilte. „Und zwar auf ein Konto in der Türkei“, wie die Bürgermeisterin ergänzt. Sofort nach Erhalt der Nachricht sei der Mitarbeiter in ihr Büro gekommen und habe sie informiert. „Alles stoppen!“, lautete ihre Antwort daraufhin.

„Goldrichtig“, nennt die Polizei die Reaktion. Und lobt, dass das Rathaus Strafanzeige wegen versuchten Betruges gestellt habe. Jetzt ermittelt das Heppenheimer Kriminalkommissariat K 23 in dem Fall. Die Polizei warnt auch gleich vor dieser neuen Betrugsmasche, die immer häufiger vorkommt.

„CEO Fraud“ – also Geschäftsführer-Betrug – nennen die Fachleute das Vorgehen, das wie eine Art Enkeltrick funktioniert. Attackiert werden allerdings keine Privatleute, sondern Behörden oder Unternehmen. Die Betrüger geben sich als Führungskraft aus und fordern per E-Mail Mitarbeiter dazu auf, größere Summen auf ein fremdes Konto im Ausland zu überweisen. „Mit dieser Masche konnten die Gauner bereits mehrere Millionen erbeuten“, erläutert die Polizei.

Die Täter gingen äußerst raffiniert vor, warnen die Ermittler: Sie informieren sich zunächst genauestens über das Unternehmen und nehmen anschließend Kontakt zu zuvor ausgeforschten Mitarbeitern auf. Die Betrüger geben sich dann als leitende Angestellte, Geschäftsführer oder Handelspartner aus. Ihre Opfer sind in der Regel Mitarbeiter aus der Buchhaltung oder dem Rechnungswesen, die berechtigt sind, Überweisungen zu tätigen. Die Kontaktaufnahme erfolgt in der Regel über Telefon oder per verfälschten E-Mails, informiert die Polizei und hat gleich mehrere Tipps parat:

Genau darauf achten, welche Informationen über das Unternehmen veröffentlicht werden.

Mitarbeiter über die Betrugsmasche „CEO-Fraud“ informieren.

Klare Abwesenheitsregelungen und interne Kontrollmechanismen einführen.

Bei ungewöhnlichen Überweisungsaufträgen vor einer Transaktion prüfen, ob die Absenderadresse der E-Mail korrekt ist und die Zahlungsaufforderung auch tatsächlich vom genannten Auftraggeber stammt, gegebenenfalls auch per Rückruf. Im Zweifel hilft ein Anruf bei der Polizei. (Bild: Nix/A) sbo

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