Bürstadt

Ruf der Kultur bald dahin?

Zum Thema Kulturbeirat:

"Bürstadt setzt auf Bewährtes" titelt der "Südhessen Morgen" am 16. November. "Worauf auch sonst", ist man fast geneigt zu sagen. Als Kulturinteressierter verfolge ich das herausragende Angebot des Kulturbeirats seit Jahren.

Das vom Ersten Stadtrat Walter Wiedemann und Ordnungsamtsleiter Rainer Stöckel vorgestellte Programm des Kulturbeirats für 2018 trägt noch die Handschrift von Frank Herbert. Schade nur, dass offenbar maßgebliche Höhepunkte kurzerhand herausgestrichen wurden. Der Vorverkauf soll Anfang Dezember (endlich) anlaufen, so heißt es. Offenbar fehlt es den jetzigen Verantwortlichen jedoch an ausreichender Sachkenntnis, denn schon seit geraumer Zeit können etwa Karten für Salut Salon erworben werden. Grundsätzlich scheint der neuen Kulturspitze das nötige Fingerspitzengefühl im bisweilen etwas sensiblen Kulturbetrieb zu fehlen, wenn sie als erste Maßnahme Vorverkaufsgebühren einführt, von denen die Kartenkäufer in Bürstadt bei der Buchhandlung Pegasos oder Bobstadt bei Schreibwaren Blodt bislang verschont geblieben sind. Dieser Bonus scheint nunmehr zu entfallen - schade für die Bürstädter.

Und dann plant Herr Stöckel als Leiter des "operativen Geschäftes" einen Newsletter als weitere Neuerung. Das verwundert doch sehr. Seit vielen Jahren gibt es eine "Kulturinfo" des Kulturbeirats mit regelmäßigen Programmhinweisen auf die anstehenden Veranstaltungsangebote.

Kein Wort zu Zuschauerrückgang

Vielleicht mutet sich Herr Stöckel, in der CDU Lampertheim als Schatzmeister tätig, neben seiner eigentlichen Rolle als Leiter der Bürstädter Ordnungsbehörde angesichts zahlreicher offenkundiger Baustellen in Bürstadt doch etwas viel zu; man muss jedenfalls angesichts der förmlich zu greifenden Schwierigkeiten seit der Absetzung von Frank Herbert befürchten, dass ein über Jahre funktionierendes Konzept förmlich "an die Wand gefahren" wird.

Kein kritisches Wort über die Besuchereinbrüche bei TV-Star Lisa Feller und dem Berliner Puppenspieler Michael Hatzius im September aufgrund völlig unzureichender Werbemaßnahmen. Keine Erwähnung des Besucherdebakels beim Kikeriki-Theater vergangenen Mittwoch, als sich gerade knapp 250 Gäste im Bürgerhaus verloren. Auf die Bewertung der Kulturbeiratsarbeit durch die Bürgermeisterin - vermutlich ohne Möglichkeit einer kritischen Mitbetrachtung von außen - darf man gespannt sein.

Es steht jedoch leider zu befürchten, dass der bislang gute Bürstädter Ruf in der Kultur bald dahin ist. Wie lange man dann noch in Bürstadt Kulturveranstaltungen besuchen kann?

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