Bürstadt

Kommunalwahl Bürstädter Ortsverband stellt Listen für Stadtverordnetenversammlung und Bobstädter Ortsbeirat auf

Sabine Hofmann führt Grüne an

Riedrode.Das Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2021 aufzustellen, war dem Bürstädter Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen sehr wichtig. Das betonte Vorsitzender Uwe Koch bei der Versammlung im Riedroder Bürgerhaus, die in Präsenz, aber mit entsprechendem Hygienekonzept stattfand. Zum Parteiprogramm hatte es bereits vier Klausurtagungen gegeben. Dort wurden die vier Hauptthemen Umwelt, Verkehr, Soziales und Kultur festgelegt, die nun in Kleingruppen noch näher erarbeitet werden.

Uwe Koch und sein Kollege Klaus Alföldi begrüßten die Mitglieder des Ortsverbands und der Grünen Jugend. Als Gäste waren der Vorstandssprecher der Grünen Bergstraße, Matthias Schimpf, und der künftige Bundestagskandidat für den Kreis Bergstraße, Moritz Müller, dabei.

Der Ortsverband hatte beschlossen, einen „Grünen Stammtisch“ einzurichten, der sich einmal im Monat trifft. Dieser konnte vier Mal stattfinden, bevor Corona kam. „Sobald es möglich ist, werden wir den Stammtisch wieder aufnehmen“, versprach Koch.

Fraktionsvorsitzender Uwe Metzner, der zugleich Ortsvorsteher in Bobstadt ist, gab im Anschluss einen kurzen Bericht über die Aktivitäten der Partei. 2011 haben die Grünen in Bürstadt angefangen, Erhard Renz war seinerzeit der „Rädelsführer“. „Wir wollten einen Gegenpol zu den etablierten Parteien schaffen und hatten mit dem Wahlergebnis von fast 20 Prozent damals nicht gerechnet“, meinte Metzner im Rückblick.

Schon seit 2015 fordern die Grünen eine Verbesserung des Radwegs zwischen Bürstadt und Bobstadt, die aktuell gerade in der Umsetzung ist. Weitere Forderungen waren ein freiwilliger Verzicht auf Glyphosat und eine Baumsatzung für die Stadt Bürstadt. Letztere wurde zuerst am Runden Tisch für Umwelt und Naturschutz diskutiert. Seit etwa vier Monaten liegt sie der Stadt vor, bisher sei sie aber noch nicht zum Beschluss vorgelegt worden.

Dass die vielen Plakate zu den Wahlen das Stadtbild verschandeln, hatten die Grünen bereits 2017 angemerkt. Das Thema wurde seitdem kontrovers diskutiert. Die Änderungen, die das Stadtparlament inzwischen beschlossen hat, gehen den Grünen noch nicht weit genug. Deshalb trugen sie die neuen Plakatierungsrichtlinien auch nicht mit.

Beim Umbau des Bahnhofs in Bürstadt seien die Anwohner nicht mitgenommen worden, kritisierten die Grünen. „Als sich dann einer fand, der mitarbeiten wollte, war er in der Kommission überfordert und wurde überstimmt“, kritisierte Metzner. Genauso kritisch sah er den Umgang mit dem Thema Umweltschutz im Stadtparlament: „Kleinigkeiten werden gemacht, aber größere Änderungen, zum Beispiel in den Bebauungsplänen, finden nicht statt.“ Bei der letzten Kommunalwahl hatten die Grünen in Bürstadt 14 Prozent erhalten und bekamen einen Sitz im Ortsbeirat Bobstadt. Metzner hatte sich dafür entschieden, als Ortsvorsteher zu kandidieren, und wurde mit Unterstützung der SPD durchgesetzt.

Eigentlich sieht die Bundespartei vor, bei Kandidatenlisten immer Frauen auf die ungeraden Positionen zu setzen. Aber dieses Vorgehen konnte in einem kleinen Ortsverband wie dem in Bürstadt nicht durchgehalten werden, weil es nicht so viele Frauen gibt. Deswegen setzten die Mitglieder dieses Statut außer Kraft, bevor es an die Wahlen der Liste für den Ortsbeirat Bobstadt und die Bürstädter Stadtverordnetenversammlung ging.

Auf der Liste für die Stadtverordnetenversammlung steht Sabine Hofmann ganz oben. Uwe Metzner hat seinen Listenplatz mit Jan Hoffmann getauscht, damit dieser bessere Chancen hat. Mit Ivana Müller, Anastasia Baierle und Paula Schulze gibt es drei weitere Frauen aus Bürstadt, die sich für ein Mandat im Stadtparlament bewerben.

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