Bürstadt

Bildung Neuntklässler der Bürstädter EKS beteiligen sich am Schuldenpräventionskurs der AWO

Schüler drehen Erklär-Videos

Archivartikel

Bürstadt.„Das Leben ist voll anstrengend und krass teuer. Ich bleibe einfach ganz lange zu Hause wohnen!“ Das sagen Schüler, die am Schuldenpräventionskurs der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Bergstraße Soziale Dienste teilgenommen haben. Seit zehn Jahren gibt es dieses Angebot nun schon. Schuldnerberaterin Melanie Schilling von der AWO geht hierzu in Schulen, informiert an Projekttagen oder arbeitet mit Lehrern zusammen, die das Thema im Unterricht behandeln.

So wie an der Erich Kästner-Schule (EKS) in Bürstadt. Dort setzten sich Neuntklässler mit Finanzkompetenz und Schuldenfallen auseinander und produzierten eigene kurze Lernvideos zu bestimmten Themen. „Wir wollen unsere Schüler fit und stark fürs Leben machen. Dazu braucht es mehr als nur die Fächer auf dem Lehrplan“, sagte EKS- Rektorin Stephanie Dekker.

Sie freute sich, dass die Präventionsarbeit der AWO durch Spenden der im Kreisgebiet tätigen Sparkassen sowie seit 2011 von deren Stiftung unterstützt wird, damit solche nachhaltigen Programme in den Schulen stattfinden können.

Diese Schuldenpräventionskurse werden schon seit zehn Jahren in der EKS angeboten, seit die AWO mit dieser Präventionsarbeit begonnen hat. Damals gehörte die EKS zu vier Pilotschulen, an denen der Finanzführerschein angeboten wurde.

Das Modell wurde 2011 vom Simulationsspiel „Nachwuchsexperten in Finanzfragen“ abgelöst. Hierbei sollten die Schüler einem Azubi helfen, der seinen ersten eigenen Haushalt gründet. „Wohnkosten, Haushalts- und Budgetberatung, Versicherungen, Girokonto, Handy, Verträge, dies alles gehörte dazu“, zählte Schilling die Herausforderungen auf, mit denen die Jugendlichen konfrontiert wurden.

Das Simulationsspiel gibt es noch heute, aber unter neuem Namen: „Mein Auto, mein Konto, meine Wohnung! Ein Unterrichtskonzept zum Thema Wirtschaften im privaten Haushalt“. Das Projekt ist flexibel einsetz- und wandelbar, was Sven Dehoust, pädagogischer Leiter der EKS und Arbeitslehre-Lehrer, mit den Erklärvideos seiner Schüler bewies. In Kleingruppen arbeiteten die Neuntklässler bestimmte Themen auf und setzten diese in Videos um. Drei der Erklärvideos wurden den Vertretern der Sparkasse und der AWO vorgeführt.

Bewusstes Einkaufen

Der erste Film beschäftigte sich mit „Bewusstem Einkaufen“ in Bezug auf ein neues Smartphone. Hierbei zeigten die Schüler filmisch, was ein Smartphone haben sollte und dass es dies schon für wenig Geld gibt. Man müsse nicht immer die teuren Marken kaufen, denn zwischen Wunsch und finanziellen Möglichkeiten klaffe oft eine Lücke.

Ein weiterer Film zeigte kreativ den Umgang mit Geld beim Shopping. Die Zuschauer gingen mit auf Shoppingtour. Eine Schülerin konnte sich nicht entscheiden, was sie nehmen sollte und kaufte alle Teile. Dafür musste sie später ihre Freundinnen um Geld anpumpen. Diese machten ihre Freundin darauf aufmerksam, dass ihr Verhalten nicht gesund sei, weil sie sich verschulde. Informationen zur Schuldenprävention folgten.

Das letzte Erklärvideo erklärte den Unterschied von Onlinekaufverträgen und Kaufverträgen, die Rechte und Pflichten von Käufer und Verkäufer. Das Video gefiel den Anwesenden so gut, dass es nun sogar auf der Sparkassen-Plattform hochgeladen werden soll.

Es sei wichtig, das Bewusstsein im Umgang mit Finanzen zu schulen, damit die Schüler ihren Alltag schuldenfrei meistern könnten, betonten die Vertreter der Sparkasse. In den zehn Jahren der Präventionsarbeit konnten Schüler von 31 der 34 weiterführenden Schulen im Kreis in Schuldenpräventions- und Finanzkompetenz geschult werden. „Um die 5200 Schüler erreichten wir damit“, sagte Schilling. Sie ist davon überzeugt, dass die jungen Menschen durch die Präventionsarbeit gestärkt werden in ihrer Finanzkompetenz. Sie könnten nachher besser einschätzen, für was ihr Geld reiche und wirtschaftlich damit umgehen. Alle Schüler erhielten ein Zertifikat für ihre Teilnahme am Kurs.

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