Bürstadt

KAB Biblis Ausflug nach Esslingen / Stadtführung gibt spannende Einblicke in vergangene Zeiten

Schwäbisches Lebensgefühl

Biblis.Zum Glück war bei der Städtefahrt der KAB Biblis nach Esslingen vom angekündigten Wettersturz nicht viel zu spüren, der Nachmittag war sogar ausgesprochen sommerlich warm. So genossen viele Teilnehmer die nachmittägliche Freizeit zur selbstständigen Erkundung der verwinkelten Gässchen der Altstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten sowie den Cafés, Eiscafés und Biergärten.

Ein Sonderlob bekamen die beiden Gästeführerinnen Petra Weber-Obrock und Nicole Neeb-Hartmann, die den Gästen aus Biblis – in zwei Gruppen aufgeteilt – sehr lebendig die Informationen zum mittelalterlichen Esslingen nahegebracht haben, aber es auch immer wieder verstanden, den Bogen zur heutigen Zeit zu schlagen. Die freie Reichsstadt war den benachbarten Fürsten immer wieder ein Dorn im Auge, genoss aber stets den Schutz der Deutschen Kaiser und Könige, denen die freie Reichsstadt direkt unterstellt war. So ist auch die „Esslinger Burg“ nie Sitz eines Burgherren gewesen, sondern immer ein Teil der Stadtmauer und Stadtbefestigung. Stets wurde sie erfolgreich verteidigt. Bis zu sechs Ordensgemeinschaften waren im Mittelalter mit ihren Klöstern gleichzeitig in Esslingen vorhanden. So ist auch die älteste in Deutschland vollständig erhaltene Dominikanerkirche, das Münster St. Paul, in Esslingen zu finden.

Schon im Mittelalter prägten Handwerker das Profil der Altstadt. Unter diesen standen Goldschmiede und Kürschner hoch im Ansehen. Mit fast 150 Weingärtnern in Esslingen schon im 14. Jahrhundert prägte der Weinbau auch damals schon das Umland. So war der „Esslinger Eimer“ lange Zeit die gängige Maßeinheit für Wein.

Mit den Einnahmen des Weinbaus wurde auch mehr als 200 Jahre ein großes Hospiz finanziert, das auf dem alten Marktplatz stand. Aus dem Weinbau entwickelte sich dann die Sektkellerei. Im 19. Jahrhundert wurde von Georg Christian Kessler in Esslingen die erste Sektkellerei in Deutschland gegründet.

Beim Mittagessen konnten die lebendigen Ausführungen der beiden Gästeführerinnen von den Reiseteilnehmern ebenso gelobt werden wie die gepflegte Küche und die schwäbische Kochkunst.

Die nachmittägliche Freizeit wurde von den mit übersichtlichem Stadtplan ausgestatten Teilnehmern zu gemütlichen Spaziergängen und Erkundung der Biergärten, Cafés und Eiscafés genutzt. red

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional