Bürstadt

Bauarbeiten Mainstraße in Bürstadt bleibt noch drei Wochen lang Einbahnstraße / Nur in Richtung Stadtmitte befahrbar

Schwere Zeit für Geschäfte

Bürstadt.Der Kiosk am Bahnhof ist ein beliebter Treffpunkt. „Aber es ist schon spürbar ruhiger geworden“, sagt Betreiber Jochen Seibel. Von der Mainstraße können die Kunden nicht mehr zu ihm in die Bahnhofsallee fahren, aber von der Dammstraße aus ist dies noch möglich. Doch das wird sich im Laufe des Jahres ändern. „Wenn hier keiner mehr halten kann, weil alles aufgerissen ist – wer kommt dann noch, um sich eine Zeitung oder Zigaretten mitzunehmen?“ Seibel schüttelt den Kopf. Die vergangenen zwei Sommer hat er schon die Baustellen der Deutschen Bahn ertragen müssen. Die Umgestaltung der Bahnhofsallee toppt allerdings alles.

Regelmäßige Kontrollen

Seit Montag laufen die Bauarbeiten in der Bahnhofsallee. Seither ist die Mainstraße an der Einmündung nur noch in Richtung Innenstadt befahrbar. Wer aus der Stadt in Richtung Friedhof oder Industriestraße will, muss über die Forsthausstraße oder gleich über die B 44 fahren. Ordnungsamt und Polizei kontrollieren vor Ort. Denn es kommt häufig vor, dass sich Autofahrer durch das kurze Stück Einbahnstraße mogeln wollen. Außerdem kommen Radfahrer und Fußgänger regelmäßig über die Baustelle – wo große Bagger der Ludwigshafener Baufirma Philipp und Wahl rollen.

„Die Gespräche mit den Anwohnern laufen prima“, lobt Polier Jürgen Schliemann, der Chef auf der Baustelle. „Das ist nicht selbstverständlich, dass wir uns so gut abstimmen können und die Leute Verständnis haben.“ Umgekehrt geht das Lob auch zurück. Petra Spiess von der Reinigung sagt: „Mit den Bauarbeitern lässt sich prima reden. Die bemühen sich wirklich.“

Sie hat ein großes rotes Schild bestellt, um ihre Kunden zu informieren, dass sie auch weiterhin durch die Dammstraße und vom Bahnhof zu ihrem Geschäft „Petras Kleiderpflege“ fahren können. Polier Schliemann habe ihr versprochen, es aufzuhängen. „Die meisten kommen mit größeren Rationen und vollen Wäschekörben oder Teppichen zu mir“, sagt sie. Dafür sei das Auto unverzichtbar. Einige seien so verunsichert gewesen, dass sie den Weg schwer bepackt zu Fuß auf sich genommen hätten.

Ihre Stammkunden hatte die 57-Jährige bereits vor Beginn der Arbeiten vorgewarnt. „Trotzdem rufen sie ständig an und lassen sich erklären, wie sie herkommen können.“ Spiess kritisiert, die Beschilderung sei für die meisten verwirrend. „Die Leute haben überhaupt nicht verstanden, wo sie jetzt fahren dürfen.“ Und die Seitenwege, die eigentlich frei sein sollten, würden zum Teil doch von großen Fahrzeugen versperrt. „Die Leute jammern schon sehr“, sagt sie. Sie ist gespannt, wie sich das die kommenden Monate weiter entwickelt. „Hier direkt vor der Tür wird ja gar nichts gemacht“, sagt Petra Spiess. Die Straße bleibe für Anlieger frei. „Schön wird es erst ein paar Meter weiter, dort wird alles neu gemacht.“ Darauf freut sie sich schon.

Jens Vetter vom Getränkemarkt in der Mainstraße ist erleichtert, dass sich seit Montag so langsam alles einspielt. Direkt vor seiner Tür sind die Arbeiten in vollem Gang. Bagger holen Pflastersteine aus der Erde. „Danach geht’s in die Tiefe: Es folgt der Aushub, um Versorgungsleitungen verlegen zu können“, erklärt der Polier. Parallel dazu werden direkt vorne an der Mainstraße Anschlüsse für die Leitungen gelegt. „Bis in drei Wochen ist das hier fertig, dann asphaltieren wir“, sagt Jürgen Schliemann. Danach könne die Mainstraße wieder für beide Fahrtrichtungen geöffnet werden. Dann werden nicht nur alle Verkehrsteilnehmer aufatmen, sondern auch Vetter. Denn er sorgt sich um die Anlieferung.

Bislang kamen die Laster mit Nachschub für den Getränkemarkt durch die Bahnhofsallee zu ihm. Diese bleibt aber für Monate gesperrt, also ist dies nur noch über die Mainstraße möglich. „Aber das Problem war Anfang der Woche, dass schon am Ortseingang Absperrungen standen. Jetzt hängt dort ein Plakat, dass die Zufahrt zu uns frei ist“, erzählt Vetter. Am Montag sei deutlich weniger los gewesen, jetzt gehe es zum Glück wieder. Er hofft wie die anderen Geschäftsleute, dass sich die Kunden rasch umgewöhnen – und nicht ganz wegbleiben.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel