Bürstadt

Inspektionsübung Bürstädter Wehren stehen in Bobstadt vor großen Herausforderungen

Schwieriger Einsatz im Stall

Archivartikel

Bobstadt.Noch bis tief in die Nacht zum Montag hatten einige Einsatzkräfte in Mörfelden-Walldorf bei der Beseitigung von Sturmschäden geholfen. Am Abend darauf fand die gemeinsame Inspektionsübung der Feuerwehren Bürstadt Mitte, Bobstadt und Riedrode statt, an der sich 51 Aktive beteiligten.

Ziel der Übung war das in Bobstadt als „Shilo Ranch“ bekannte Anwesen der Familien Assmacher und Gängnagel am Mittelweg. Direkt hinter der Bahnlinie und gegenüber dem Kaninchenzuchtverein gelegen, entpuppte sich die landwirtschaftliche Bebauung mit Pferdestall und Kutscherstübchen als eine echte Herausforderung.

Dabei gestaltete sich bereits die Anfahrt schwierig. Die Bobstädter mussten am Bahnübergang warten, die Einsatzfahrzeuge aus Bürstadt und Riedrode kamen nur über einen landwirtschaftlich genutzten Feldweg zum Ort des Geschehens. Auch die Wasserversorgung erwies sich als schwierig: Feldflurbrunnen und Hydranten waren ein gutes Stück entfernt – mittlerweile stand das Gebäude in „Vollbrand“. In diesem wurden nicht nur Verletzte vermutet – auch Pferde sollten aus den Stallungen geholt werden.

Rettung zieht sich in die Länge

Nach schneller Sondierung der Lage alarmierte Kevin Wiedemann von der Bobstädter Wehr die Kollegen in Bürstadt, und auch das DRK Bürstadt wurde zur Hilfe gerufen. Übungsleiter und Wehrführer Sebastian Kaiser hielt als Einsatzleiter vor Ort die Fäden in der Hand, später übergab er seine Aufgabe an den stellvertretenden Stadtbrandinspektor Sven Molitor.

Während Maschinisten, Schlauchtrupps, Atemschutzträger und Helfer fieberhaft das „Übergreifen der Flammen“ verhindern wollten, gestaltete sich die „Menschenrettung“ schwierig und dauerte verhältnismäßig lang. Dagegen lief die „Rettung“ von Pferd und Pony reibungslos. Von Riedrode übernahm diese Aufgabe „Pferdeflüsterer“ Markus Gebhardt, dessen Tochter am Tag zuvor noch in Riedrode eine Reiterprüfung gewonnen hatte.

Mittlerweile hatten 14 Fahrzeuge auf dem schmalen Feld Aufstellung genommen. Währenddessen beobachteten Stadtbrandinspektor Uwe Schwara, der stellvertretende Kreisbrandinspektor Werner Trares, Bürgermeisterin Bärbel Schader und einige Ortspolitiker das Geschehen.

Nach und nach wurden fünf „Verletzte“ an das DRK übergeben. Darunter ein „Schwerverletzter“, der von einem Stab „durchbohrt“ war und vom Notarzt versorgt werden musste. Die Helfer um Lisa Wißing und Siegfried Schack kümmerten sich außerdem um „Atemprobleme, offene Brüche, Kopfverletzungen und zwei Bewusstlose“.

„Aufwendige Materialschlacht“

Bei der anschließenden Manöverkritik, die im Vereinsheim der Kaninchenzüchter stattfand, nannten Werner Trares und Uwe Schwara die Übung eine „aufwendige Materialschlacht“. Bahnlinie, enge Bebauung, eine nicht ausgebaute Straße und die Wasserversorgung, die als „zu wenig in diesem Bereich“ beurteilt wurde und zudem nicht ausgeschildert war, hätten dazu geführt, dass die „Menschenrettung“ nur verzögert durchgeführt werden konnte.

Auch die Mannschaftsstärke, die sie als das „realistisches Leben“ beschrieben, machten die Verantwortlichen nicht glücklich. Trotzdem waren sie sich sicher: „Im Ernstfall wäre es schneller gegangen.“ Neben Bürgermeisterin Bärbel Schader und Stadtverordnetenvorsteher Ewald Stumpf dankte die Feuerwehrspitze den engagiert aufgetretenen Freiwilligen.

Deren Abreise in die jeweiligen Gerätehäuser entpuppte sich als wahres „Entknotungs-Puzzle“ – bei einer Alarmierung im Ernstfall sicher ein Problem.

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