Bürstadt

Porträt Horst Kreiling setzt sich mit Begeisterung und Fachwissen in unzähligen ehrenamtlichen Stunden für die FSG Riedrode ein

Seit 35 Jahren im Vorstand aktiv

Archivartikel

Riedrode.Wer sich sonntags ein Fußballspiel zwischen zwei Amateurmannschaften anschaut, der kann sich möglicherweise gar nicht vorstellen, wie viel Aufwand letztlich damit verbunden ist. Organisation ist auch im Amateurfußball alles. Und um diese zu gewährleisten, bedarf es eines durchdachten Managements. Der 62 Jahre alte Horst Kreiling aus Riedrode kann ein Lied davon singen, wie viele ehrenamtliche Stunden aufgewendet werden müssen, damit der Ball auch in der siebten Liga – die FSG Riedrode spielt seit mehr als einem Jahr in der Gruppenliga Darmstadt – rollen kann. Aber mit purem Arbeitseifer und Aktionismus ist es längst nicht getan. Das viel zitierte Fachwissen ist auch hier dringend vonnöten. Und von diesem bringt Horst Kreiling eine ganze Menge mit.

Das kommt nicht von ungefähr, denn schon seit Juni 1986 steht er an der Spitze der SG Riedrode, die im vergangenen Jahr mit dem FSV Riedrode fusionierte und seitdem unter FSG Riedrode firmiert. Damals bildete Horst Kreiling gemeinsam mit seinen Vereinskameraden Joachim Metz, Holger Kreiling und Josef Unger die sogenannte kooperative Vereinsführung. „Die Vorgänger wollten damals nicht mehr, und so hatten plötzlich vier junge Fußballer das Vereinsruder in der Hand“, erinnert sich Horst Kreiling an die damaligen Begebenheiten zurück. Nur eben einfach mal so im Verein vorne zu stehen, das war nichts für ihn, der rasch ein gewisses Anspruchsdenken entwickelte: „Wir haben uns schon einem ordentlichen Ehrgeiz unterworfen und wollten vieles richtig machen“, sagt er.

Und richtig gemacht hat der damalige Vorstand vieles. Das war nicht nur im Jahr 1987 deutlich zu erkennen, als die SGR in die Kreisoberliga Bergstraße zurückkehrte. 1992 mit dem Aufstieg in die viertklassige Landesliga Süd war dann der absolute Höhepunkt erreicht. Längst hatte Horst Kreiling zu diesem Zeitpunkt seinen Platz im Vierergremium gefunden. Das Agieren in der Öffentlichkeit oder in der tosenden Menge zu stehen, das war nichts für ihn. Das Prüfen von Unterlagen, das Recherchieren, Planen, Überdenken oder das Vorantreiben der Digitalisierung umso mehr. „Eine solche Rolle ist mir eher auf den Leib geschnitten. Dabei bin ich aber stets darauf bedacht, dass es vorangeht und wir nicht auf der Stelle treten“, übt sich der Riedroder Funktionär bisweilen auch in Ungeduld. So folgte in Riedrode ein Projekt auf das andere.

Ein großer Meilenstein wurde dabei im Jahr 2006 gesetzt, als der über viele Jahre ungeliebte Hartplatz endlich verschwand und darauf ein moderner Kunstrasen verlegt wurde. Seit 2008 wurde das Vereinsheim mit einem schönen Anbau erweitert, ehe 2012 das Kleinspielfeld für die Jugend bereitgestellt wurde. „Bei uns ist jede öffentliche Investition gut aufgehoben“, betont Horst Kreiling, der Wert darauf legt, dass er und seine Mitstreiter auf Zuwendungen aus dem Steuersäckel aufpassten wie auf ihren eigenen Augapfel.

Trotz der Vielzahl an gelungenen Projekten verlor die über Jahre hinweg erfolgreiche Vereinsarbeit der SG Riedrode in den vergangenen Jahren etwas an Schwung. Zwar organisierte die SG Veranstaltungen wie Kirchweih oder Fastnacht nach wie vor in vorbildlicher Manier, doch rein sportlich betrachtet lief es beim Lokalrivalen FSV etwas besser. Da kam es den Vereinsoberen der SG Riedrode durchaus gelegen, als der Nachbarverein im Spätjahr 2017 wegen einer Fusion anfragte. „Dafür haben wir uns eingesetzt und sind heute froh darum“, erinnert sich der Riedroder zurück.

Erfolgreiche Fusion

Und es ist keineswegs zu bestreiten, dass der neue Verein, dessen Gründungsvereine in den Jahren 1949 (SG) und 1952 (FSV) aus der Taufe gehoben wurden, derzeit auf einer Euphoriewelle schwimmt. „Nicht nur mit meinen drei Vorstandskollegen Bernd Deckenbach, Matthias Siegl und Dirk Kistner macht mir die Arbeit großen Spaß. Auch von vielen jungen Leuten, die im erweiterten Vorstand mitarbeiten, kommen wichtige Impulse. Da braucht uns um die Zukunft des Vereins keine Bange zu sein“, freut sich Horst Kreiling.

Soll das womöglich heißen, dass Horst Kreiling sich irgendwann einmal mit Rücktrittsgedanken trägt? „Irgendwann einmal wird wohl Schluss sein. Unsere jungen Leute im Vorstand arbeiten schon sehr verantwortungsbewusst, und da will ich ihnen nicht im Weg stehen. Aber die FSG Riedrode ist Teil meines Lebens. Sie werde ich immer unterstützen, wenn sie meine Hilfe benötigt.“

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