Bürstadt

Tradition Politischer Aschermittwoch der SPD

Siegl will ein kritisches Parlament

Bürstadt.Für die Bürstädter Sozialdemokraten ist der politische Aschermittwoch zum Ende der Karnevalskampagne eine gute Tradition. Die Corona-Pandemie hat zahlreichen Terminen der fünften Jahreszeit einen Riegel vorgeschoben oder die Veranstalter zumindest dazu bewogen, deren Format zu verändern. Und das taten auch die Genossen.

„Wir haben es uns nicht nehmen lassen, einen Jahresrückblick der besonderen Art zu präsentieren“, sagte Boris Wenz, der Vorsitzende der Bürstädter SPD. Er tat dies nicht in einem, wie sonst an diesem Tag üblich, vollen Saal und in Vorfreude auf leckeren Fisch, sondern auf der Internetseite seiner Partei.

17-jähriger Enkel mit dabei

Wenn schon das gemeinsame Heringsessen unmöglich war, mussten die Genossen zumindest nicht auf etwas verzichten, was seit Jahren das Kernstück der Veranstaltung ist: die Rede des Fraktionsvorsitzenden Franz Siegl. Er tat es diesmal nicht allein. Siegl erhielt dabei Verstärkung von seinem 17-jährigen Enkel Kenan, selbst aktiv bei den Jusos, der Nachwuchsorganisation der SPD.

Natürlich standen die im März anstehenden Kommunalwahlen im Fokus. Bei seiner Premiere in der Bütt bedauerte es Kenan, dass er ganze vier Monate zu jung ist, um an der Abstimmung teilnehmen zu dürfen. Wie sein Großvater kritisierte er die regierende Koalition aus CDU und FDP für ihre „Abnick-Politik“ und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die politischen Kräfteverhältnisse nach dem 14. März neu sortiert werden.

Siegl äußerte mit Blick auf den Haushalt, dass die fetten Jahre vorbei seien und nun der Rotstift regiere. „Was bisher Schader sich erdacht, wurde am Ende auch gemacht“, ließ er ebenfalls kein gutes Haar an Christdemokraten und Liberalen, welche die Vorhaben der Bürgermeisterin stets kritiklos durchwinken würden.

Wieder Fastnacht feiern

Als Beispiel nannte der Fraktionsvorsitzende den Umgang mit dem Thema Freizeitkickergelände, das nun leider ad acta gelegt werden solle. Und auch die mangelhafte Qualität der Internetverbindung ärgert ihn. Franz Siegl forderte bei der Entscheidungsfindung dringend eine stärkere Einbeziehung des Stadtparlaments. Einig waren sich Opa und Enkel auch zum Abschluss, als sie unisono einen Wunsch äußerten: „Erst noch etwas in Geduld üben und 2022 wieder Fastnacht feiern wie früher.“ Dafür erhalten sie bestimmt Zustimmung.

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