Bürstadt

Frühjahrsmarkt Fassbier-Anstich mit Tücken / Bürgermeisterin fordert einen Stadtmarketingverein als künftigen Organisator

Sonne lockt Besucher in Scharen auf die Festmeile

Bürstadt.Geradezu perfektes Wetter für das Frühjahrsmarkt-Wochenende: Sonne, ein paar Wolkchen und fast schon sommerliche Temperaturen. Kein Wunder also, dass sich – vor allem am verkaufsoffenen Sonntag – die Menschen in Scharen über die Bürstädter Festmeile zwischen Viadukt, Marktplatz und Historischem Rathaus bewegten.

Die ortsansässigen Einzelhändler, Dienstleister und Handwerker öffneten ihre Geschäfte und hatten Stände auf der Straße aufgebaut. Dazu bereicherten Gewürzhändler, Kerzen- und Pralinenverkäufer das Stadtbild. Leckerer Honig, spezieller Essig und Pflegesalben gehörten zum Frühjahrsmarkt ebenso dazu, wie verschiedene Vereine mit Sport, Musik und Spiel für gute Laune sorgten.

Hatte der Kinderchor des MGV Harmonie schon die Herzen der Besucher erwärmt, schafften dies auch die jüngsten Cheerleader des TV Bürstadt und ihre starken Turner. Während eine kleine Reitschule, Hüpfburg und Riesenrutsche die Kids in Verzückung versetzen, herrschte auch am Kinderschminkstand von Optik Asel reger Betrieb. Kräftig gebolzt wurde zudem am Fußballtor. Hier wurden die erzielten Ballgeschwindigkeiten gemessen. Gefordert wurde: „Das Runde muss ins Eckige“. Das war jedoch nicht immer von Erfolg gekrönt.

Mit der Tücke des Objektes – dem Freibier-Anstich zur offiziellen Eröffnung am Samstagnachmittag – hatte Tim Lux vom Stadtmarketing zu kämpfen. Nachdem sich Bürgermeisterin Bärbel Schader standhaft diesem Job verweigert hatte, verpasste er den Umstehenden eine kräftige, ausdauernd sprudelnde Bierdusche.

Doch trotz dieses kleinen Malheurs dankte ihm Schader für seinen umfangreichen und erfolgreichen Einsatz bei der Organisation. Mahnende Worte richtete sie allerdings an die Verantwortlichen der Wirtschafts- und Gewerbevereinigung, unter deren Dach sich die Organisatoren des Frühjahrsmarktes zusammengefunden hatten. Auch wenn die Stadt in diesem Jahr bei der Ausrichtung mitgeholfen habe, möchte sie diese Aufgabe künftig einem noch zu gründenden Stadtmarketingverein übertragen und so die Kräfte bündeln.

Den Auftakt zu einem vergnüglichen Ausklang des ersten Tages gestaltete das SKK-Männerballett. Unter der Leitung von Lisa-Marie Morweiser gaben die tanzenden Holzfäller alles – samt akrobatischer Einlagen – und heimsten vom mittlerweile zahlreich erschienenen Abend-Publikum kräftigen Applaus ein.

Stimmungsknüller Rico Bravo

Als Stimmungsknüller entpuppte sich Rico Bravo. Der selbst ernannte Schlagerkönig von der Bergstraße heizt den Marktplatzbesuchern gemeinsam mit „Onkel Howie“ am Keyboard kräftig ein. Bei seiner Schlagerparade mit Hits aus den 70ern ließ er es mächtig krachen. Gewohnt exzentrisch mit Rüschenhemd, Schlaghose, Strubbelperücke und goldenen Mörderschuhen angetan, plädierte er musikalisch für „Ein bisschen Spaß“ und besang die schönsten Mädchen von „Anita“ bis „Michaela“. Bei seiner Mitmach-Musik und seiner Interpretationen vom „Festival der Liebe“ wurden die Zuschauer ebenso gefordert, wie der Kalorienverbrauch beim Mitsingen von deutschen Gassenhauern, Samba-Rhythmen, feurigen Olé-Rufen und musikalischen Ausflügen nach New York oder nach Spanien nicht fehlen durften. Während die ersten Tänzer – darunter auch Bürgermeisterin Schader und Bobstadts Feuerwehrvereinschef Rupert Getrost – die Tanzfläche für sich vereinnahmten, sang das Publikum lautstark und enthusiastisch bei „Sieben Fässer Wein“ oder dem Maffay-Song „Über sieben Brücken musst du gehn“ lauthals mit.

Endgültig kein Halten mehr gab es bei der „Nabelschnur des Deutschen Schlagers“, wie es Rico Bravo bezeichnete. „Marmor, Stein und Eisen bricht“ sprengte dann endgültig alle Ketten gesanglicher Kollektivleistungen. Selbst bei denen, die zum Zeitpunkt der Ersterscheinung dieser Platte noch nicht einmal auf der Welt waren.

Info: Fotostrecke unter suedhessen-morgen.de

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