Bürstadt

Obst- und Gartenbauverein Pächterin Anna Hracka ist trotz Coronakrise guten Mutes

Spargel stechen statt Gäste bewirten

Archivartikel

Bürstadt.Vor eineinhalb Jahren hat der Obst- und Gartenbauverein mit Anna Hracka eine neue Pächterin für sein Vereinsheim gefunden. Seitdem hat sich viel verändert. Mit Tatkraft, Energie und Kreativität hat die quirlige Hracka im Außenbereich eine einladende Loungelandschaft geschaffen. Die unschönen Überdachungen wurden mit großen Netzen verschönert, und rund um das Gebäude wachsen Kräuter in unzähligen Töpfen. Kleine Windspiele drehen sich lustig im Wind, Haushund Chico dreht gelangweilt seine Runden. Seit die Gastronomiebetriebe geschlossen wurden, fehlen nicht nur ihm die regelmäßig einkehrenden Mitglieder und treuen Stammgäste. Doch Anna Hracka ist „trotz Krise glücklich!“. „Ich habe das Lokal und die Küche neu gestrichen“, erzählt sie mit strahlenden Augen. Tische, Stühle und Bänke wurden von ihr geschrubbt. Besucher könnten es sich unter den Blätterdächern der alten Platanen gemütlich machen – wenn nur Corona nicht wäre.

Halbtagsjob liegt auf Eis

Weil ihr Halbtagsjob in der Montessori-Schule wegen der Schulschließung auf Eis liegt, hat sie neue Erfahrungen als Spargelstecherin gemacht. „Wie es Ernährungs- und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner empfohlen hat“, erzählt sie lachend. Auf den Feldern des Spargelhofs Bärli in Bürstadt hat sie nicht nur viele nette Erntehelfer kennen und schätzen gelernt, sondern auch viel Wissenswertes über das königliche Gemüse erfahren.

„Ich wusste nicht, dass grüner Spargel ein eigenes Feld braucht.“ Weil der Rücken oftmals sehr wehtat, verkauft sie mittlerweile das beliebte Gemüse aus einem Bärli-Stand in Weinheim. Zudem verwöhnt sie treue Kunden mit verschiedenen Spargelspezialitäten und schmackhaften Gerichten. So komme „halb Bobstadt“, um ihre Spargelpfannkuchen mit nach Hause zu nehmen. Auch wenn die Abholer mittlerweile nicht mehr in die Anlage fahren können – das Tor ist nur noch halbseitig zu öffnen und macht den Weg zu ihr besonders für ältere Menschen beschwerlich – habe sie gut zu tun.

„Wir halten alle Hygienevorschriften ein“, versichert sie. Betrübt sagt Anna Hracka: „Ich musste schon einige geplante Veranstaltungen absagen.“ Denn das Vereinsgelände ist inzwischen Treffpunkt fröhlicher Musikveranstaltungen geworden. So trat Rod Lane als „Elvis“ auf und auch „The Groove Generation“ sowie die Band „Colorado“ ließen es schon musikalisch mächtig bei ihr krachen. „Aber wenn wir wieder öffnen können, und die Krise vorbei ist, dann fällt mir schon etwas ein“, sagt sie optimistisch.

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