Bürstadt

DRK Zweiter Termin in Bürstadt unter Corona-Bedingungen verändert einige Abläufe / Blutreserven knapp

Spender müssen sich jetzt vorab anmelden

Bürstadt.„Ich bin vor kurzem 18 Jahre alt geworden und nutze jetzt sofort die erste Blutspende hier im Umkreis, um Blut zu spenden“, erzählt Charlotte Seelinger aus Lampertheim, die sich als Erstspenderin beim Blutspendetermin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Bürstadt in der Erich Kästner-Halle registrieren ließ. Blutspenden wollte sie schon immer. Und gerade in der aktuellen Coronazeit sei es noch wichtiger, da Blutreserven knapp sind.

„Insgesamt kamen 24 Erstspender vorbei“, zeigt sich Siegfried Schack vom DRK Bürstadt, begeistert. Es sei schon ein gutes Zeichen, dass sich weiterhin Freiwillige mit ihrer Spende für die Gesundheit und Versorgung anderer Menschen einsetzten.

Denn Blutkonserven werden immer benötigt und die Blutbanken sind so gut wie leer. Auf der Seite des Blutspendedienstes Baden-Württemberg und Hessen zeigt es das Blutgruppenbarometer deutlich an. Für jede Blutgruppe gibt es einen Blutstropfen, die alle nur noch geringfügig mit rotem Blut gefüllt sind. Die Gesichter der Tropfen sehen traurig aus. Außer der Blutgruppe AB positiv, die einen geringen Bestand aufweist, stehen die anderen Blutgruppen schon im Bereich „beunruhigend geringer Blutbestand“ für die Versorgung von Patienten.

150 Personen zugelassen

Die Spender in Bürstadt strengten sich an, diesen Notstand etwas geringer zu machen. „Es kamen 167 Spendewillige vorbei“, so Schack, wobei 17 Personen aus medizinischen Gründen nicht spenden durften. Somit wurden 150 Menschen zur Spende zugelassen.

Aktuell müssen sich Spender vorab online oder telefonisch für einen bestimmten Zeitraum anmelden. Hiervon machten in Bürstadt 176 Spender Gebrauch. Leider kamen nicht alle vorbei und gaben auch ihre Termine nicht für andere frei. Das ist schon ärgerlich“, sagte Schack, „denn andere wären gerne gekommen, doch die Plätze waren durch die Voranmeldungen blockiert.“ Wobei das Blutspenden über die Anmeldungen prinzipiell sehr gut laufen würde.

Es ist die zweite Spendenaktion in diesem Corona-bedingten Format und in einer großen Sporthalle. Beim ersten Mal fand sie in der TSG-Halle statt, jetzt in der Sporthalle der Erich Kästner-Schule (EKS). Zuvor hatte das DRK immer in die EKS zur Blutspende geladen. „Wir werden jetzt dauerhaft in der Halle der EKS bleiben“, erklärte Schack.

Einige Abläufe haben sich durch Corona verändert: Im Einbahnstraßenprinzip durchliefen die Spender alle Stationen. Schon am Eingang wurde Fieber gemessen. Die Spender mussten ihre Hände desinfizieren und einen frischen Mund-Nasen-Schutz aufziehen. Der Rest war für viele dann Routine: Anmeldung, Fragebogen zur medizinischen Vorgeschichte ausfüllen, Labor, Arztbesuch, Blutspende, Warteraum, und am Ende gab es noch zwei belegte Brötchen und eine Tafel Schokolade als Dank für die Spende.

Die Resonanz an Spendern nach vorheriger Anmeldung sei toll. Sie vereinfache viele Vorgänge. Das DRK sieht in diesem Anmeldeprozedere durchaus die Zukunft der Blutspende. Vor allem könne man die Abläufe und Wartezeiten für die Spender optimieren und verkürzen. Jeder weiß, wann er dran ist, und die Stimmung ist sehr ruhig und gelassen. Die Anzahl der Spender für einen Termin wird durch den Blutspendedienst koordiniert und entsprechend Personal eingeplant. Für Bürstadt rechnete das DRK mit 180 Personen, 176 hatten sich auch tatsächlich angemeldet. str

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