Bürstadt

Schillerschule Zum ersten Mal gibt es sechs erste Klassen / In Bürstadt erhalten immer mehr Vorschüler Deutschunterricht

„Sprache ist ein wichtiges Thema“

Bürstadt.So viele erste Klassen wie noch nie begrüßen Lehrer und Schüler der Schillerschule in diesem Jahr: Sechszügig – das ist neu an der Bürstädter Grundschule. Bisher gab es in jedem Jahrgang höchstens fünf Klassen. Also wird am Dienstag in der Aula den ganzen Vormittag über gefeiert: Nach dem Einschulungsgottesdienst in St. Peter um 8 Uhr geht der Trubel um 9 Uhr los, erst gegen 12 Uhr dürften dann alle Schüler begrüßt sein.

Immer zwei erste Klassen gemeinsam heißt die Schulgemeinschaft in ihrer Mitte willkommen. Dafür haben sich die frisch gebackenen Zweitklässler einiges einfallen lassen: Nach und nach stehen sie alle auf der Bühne und führen musikalisch und mit viel Schauspieltalent vor, wie es in ihrer Schule zugeht.

Die Sprachheilklassen und das Team um Leiterin Ariane Jordan begrüßen ihre Neuzugänge ebenfalls persönlich. Und dazu noch viele andere, die an diesem Tag zur Schulfamilie stoßen: Die Kinder, die mit sechs Jahren zwar schulpflichtig sind, sich aber noch in einer Vorklasse fit dafür machen, Rechnen, Lesen und Schreiben zu lernen. Dazu kommen die Jungen und Mädchen der Intensivklassen, die noch zu wenig Deutschkenntnisse besitzen, um dem Unterricht folgen zu können.

Schulleiter Torsten Wiechmann rechnet lieber noch einmal nach, bevor er die genaue Schülerzahl nennt: Auf 170 Kinder kommt er alles in allem. „Es wird ziemlich eng bei uns“, sagt Wiechmann mit einem kleinen Seufzer. Schon allein, weil mit sechs – statt wie bisher fünf – ersten Klassen wieder ein Raum zusätzlich gebraucht wird. „Wir nutzen dafür jetzt einen Kreativraum“, berichtet der Direktor. Zum ersten Mal in diesem Jahr gibt es auch einen dritten Vorlaufkurs. Damit lernen 30 Vorschüler täglich zwei Stunden Deutsch in der Schillerschule, bevor sie in ihre Kitas zurückkehren.

Sprache ist also ein wichtiges Thema an der Schillerschule, wie Wiechmann bestätigt. Und das nicht nur, weil Kinder aus dem gesamten Kreis nach Bürstadt kommen und an der Sprachheilschule besonders intensiv betreut werden. Auch Kinder mit Migrationshintergrund – viele aus geflüchteten Familien – lernen an der Schillerschule Deutsch, um sich in ihrem neuen Zuhause zurechtzufinden: schulpflichtige Jungen und Mädchen in der Intensivklasse, Kita-Kinder unter sechs Jahren in den Vorlaufkursen. „Der Spracherwerb beschäftigt uns immer mehr“, so Torsten Wiechmann. Allerdings habe die Schillerschule dafür auch Extrastunden zugewiesen bekommen, berichtet er.

Ohnehin ist der Direktor zufrieden mit der Lehrerzuweisung in diesem Jahr. „Alle Stunden sind abgedeckt.“ Auch vier neue Lehrkräfte kann er begrüßen: Stephan Keller und die drei neuen Kolleginnen Annegret Hinterschuster, Jungsook Ki und Maike Tiedtke verstärken das Schillerschul-Team. Maike Tiedtke übernimmt eine erste Klasse und kann bei der Einschulung also gleich kräftig mitfeiern.

Wenn dann so nach und nach der Alltag im Schulbetrieb einkehrt, wird noch ein ganz anderes Thema Schulleiter Wiechmann beschäftigen. Schließlich steht die große und umfassende Sanierung an (wir haben berichtet). „Bis das losgeht, wird es allerdings noch einige Monate dauern.“

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional