Bürstadt

Unwetter Wasser steht in Kellern und öffentlichen Gebäuden / 139 Notrufe aus dem Stadtgebiet / Baugrube in Groß-Rohrheim erneut bis zum Anschlag voll gelaufen

Starkregen trifft Bürstadt mit voller Wucht

Bürstadt/Biblis/Groß-Rohrheim.Die heftigen und stundenlangen Regengüsse am Montagabend haben in Bürstadt für unzählige nasse Keller und Wohnungen gesorgt. „Es gab 139 Notrufe aus dem gesamten Stadtgebiet“, berichtet Stadtbrandinspektor Uwe Schwara. Teilweise stand das Wasser kniehoch.

Gegen 19 Uhr rückten die Einsatzkräfte zum ersten Mal an diesem Abend aus. Auf der B 47 bei Bürstadt hatte es gekracht. Dort, wo die Fahrbahn wegen einer Baustelle verengt ist, sind zwei Autos aufeinander geknallt. Die drei Insassen erlitten nach Angaben der Polizei leichtere Verletzungen, mussten aber dennoch im Krankenhaus behandelt werden. „Um den Hund, der sich in einem der Autos befand, kümmert sich ein Kamerad aus Bobstadt“, lobt Schwara. Die Bürstädter Wehr sicherte die Unfallstelle auf der Brücke ab – angesichts des immer stärker anschwellenden Regens herrschte denkbar schlechte Sicht.

Noch vor Ort löste der Stadtbrandinspektor Vollalarm fürs gesamte Stadtgebiet aus. Völlig zurecht, wie sich wenig später herausstellte. In zahlreichen Gebäuden stand das Wasser: in der Schillerschule, den Kindergärten St. Peter und Steinlachstraße, dem Bürgerhaus Riedrode, in etlichen Firmen und unzähligen Privathäusern.

Besonders schlimm getroffen hatte es Ralf Becker, Sprecher der Bibliser Feuerwehr: In seinem Keller nahe der Bahnlinie in Bobstadt stand das Wasser 1,20 Meter hoch, wie er berichtet. In solchen Fällen galt es für die Feuerwehrleute, Prioritäten zu setzen – „bei bewohnten Kellerräumen. Oder auch, wenn Öltanks in der Nähe sind“, berichtet Schwara. Bis tief in die Nacht waren die Kameraden im Einsatz, gegen 1.30 Uhr war endlich Schluss. Unterstützung erhielten die Bürstädter von den Wehren aus Bensheim, Wattenheim sowie vom THW. 180 Männer und Frauen waren in den Bürstädter, Bobstädter und Riedroder Straßen vor Ort.

In Biblis waren die Folgen des Starkregens nicht ganz so schlimm, vor allem die Ortsteile blieben weitgehend verschont. Von insgesamt 40 Meldungen berichtet Gemeindebrandinspektor Ingo Ess. Vor allem in tiefer gelegenen Bereichen sei die Kanalisation vollgelaufen. „Die Gullideckel haben geradezu auf dem Wasser getanzt“, berichtet Ess.

Mit Hochdruck im Einsatz waren gestern auch die Groß-Rohrheimer Kameraden. Erneut war die Baugrube der Bahn bis zum Anschlag voll gelaufen. Schon am Samstagabend konnten die Einsatzkräfte gerade noch Schlimmeres verhindern (wir haben berichtet). Mit einer Hochleistungspumpe förderten die Groß-Rohrheimer auch am Montagabend Tausende von Litern. Unterstützung erhielten sie von den Lorscher Kameraden und der Werksfeuerwehr der BASF. Insgesamt 80 Einsatzkräfte hatten mitangepackt. Gegen 2.30 Uhr war die Gefahr gebannt, der Einsatz beendet. Gemeindebrandinspektor Rainer Donnerstag hofft jetzt endlich auf eine ruhige Nacht.

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