Bürstadt

Religion Mehr als 40 Kinder der Pfarrgruppe sind unterwegs / Libanon steht als Beispielland im Mittelpunkt

Sternsinger bringen Friedensbotschaft ins Haus

Archivartikel

Biblis/Groß-Rohrheim.Die goldenen Kronen blitzten im Licht. Und auch die Kinder und Jugendlichen strahlten, als sie feierlich als Sternsinger in die katholische Kirche St. Bartholomäus einzogen. „Traditionell werden die Sternsinger der Pfarrgruppe Biblis gemeinsam am Neujahrstag gesegnet und ausgesendet“, so Pfarrer Ludger M. Reichert. Die Rückkehr der Sternsinger erfolgt dann bei einem Gottesdienst in den jeweiligen Pfarrgemeinden. Dabei wird auch die gesammelte Spendensumme genannt.

Mehr als 40 Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 17 Jahren beteiligen sich für die Pfarrgruppe Biblis an der Sternsingeraktion und werden in Biblis, Wattenheim, Nordheim und Groß-Rohrheim unterwegs sein. In Wattenheim laufen die Sternsinger von Haus zu Haus und bringen den Segen. Ansonsten kommen sie nach vorheriger Anmeldung vorbei.

Bevor sie durch die Gemeinden ziehen, haben die Sternsinger den Aussendungsgottesdienst am Neujahrstag in der Bibliser Kirche gestaltet. Hierbei sangen sie gemeinsam Lieder, lasen Kyrietexte und Fürbitten. Pfarrer Reichert erinnerte daran, dass der Neujahrstag der achte Tag nach Jesu Geburt ist – und zugleich ein Marienhochfest. Seit 1968 ist der erste Tag des Jahres zudem Weltfriedenstag.

Hier rücken die Sternsinger in den Fokus, denn sie bringen nicht nur den Segen zu den Menschen, sondern verkünden zugleich die Friedensbotschaft. Ein paar Tage vor dem Aussendungsgottesdienst kamen die Sternsinger zusammen, um sich auf ihre Aufgabe vorzubereiten.

„Wie heißt denn das Beispielland für die Sternsingeraktion?“, fragte Pfarrer Reichert, der mit dem Mikrofon zu den Sternsingern kam. „Libanon“, antworteten die Kinder. Der Pfarrer fragte, ob jemand wisse, wo dieses Land liegt. „Neben Syrien und Israel“, lautete die Antwort. Sogar auf die Frage, wie die libanesische Flagge aussieht, gab ein Junge die Antwort: „Rot, weiß, rot, und in der Mitte steht ein Zedernbaum.“ Pfarrer Reichert erklärte, dass der Libanon für seinen Zedernbaum berühmt sei. Bereits in der Bibel sei er mehrfach erwähnt.

Zeder als Baum Gottes

Für das antike Volk der Phönizier war die Libanon- Zeder die Königin der Pflanzen. „Ein immergrüner Baum, riesig, sehr stabil, er kann sehr alt werden“, so Reichert. Die Zeder werde auch als Baum Gottes verstanden. Die roten Farbstriche oben und unten an der Fahne stünden für das Blut, das in Kriegen vergossen wurde. Das Weiß symbolisiere den Frieden. Zugleich spiegele das Weiß auch die Vielfältigkeit des Landes wider: Der Libanon hat ein hohes Gebirge, auf dem Schnee liegt.

Die Kinder erzählten auch, dass es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Christen komme. Das kleine Land werde hierbei von den Nachbarländern Syrien und Israel sowie deren Interessen in die Zange genommen. Der Bürgerkrieg im Libanon sei nun aber vorbei, und die Menschen unterschiedlicher Religionen würden weitgehend demokratisch und friedlich zusammenleben.

In der Vorbereitung zur Sternsingeraktion sahen die Teilnehmer in einem Film, wie Kinder vor Ort leben: Muslime und Christen, Libanesen oder auch Flüchtlinge aus Syrien, die Schutz im Libanon suchen. „Durch Projekte, die von der Sternsingeraktion finanziert werden, lernen die Kinder im Libanon einen respektvollen Umgang miteinander“, erklärte Pfarrer Reichert. So wachse eine neue Generation heran, die ein friedliches Miteinander lebe und weitertrage.

Die Sternsinger aus der Pfarrgruppe Biblis helfen hierbei mit. Sie sammeln Geld für die Projekte, setzen sich für Kinder weltweit ein und bringen den Friedensgedanken in jedes Haus, das sie besuchen.

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