Bürstadt

Gastronomie Falsche Namen auf Corona-Kontaktlisten

Strafen kaum durchsetzbar

Archivartikel

Bürstadt.Mindestens 50 Euro Bußgeld müssen Gaststättenbesucher zahlen, die falsche Angaben auf den Listen zur Rückverfolgung machen. Darauf haben sich Bundesregierung und Länderchefs am Dienstag geeinigt. Wie sehen die Gastwirte in Bürstadt diese Entscheidung? Unsere Redaktion hat sich umgehört.

Carsten Block vom Bürstädter Ratskeller achtet darauf, dass die Listen richtig ausgefüllt werden. „Das ist Pflicht und letztlich bin ich haftbar, wenn etwas nicht stimmt“, erklärt er auf Nachfrage. Denn wenn der Gast nicht ausfindig gemacht werden kann, kann er das Bußgeld ja auch nicht bezahlen. Deshalb werfe Block einen Blick auf die Kontaktdaten. Im Ratskeller kennen er und seine Bedienungen allerdings auch viele Gäste persönlich. „Außerdem bleiben die Gäste bei uns in der Regel nicht nur auf einen Kaffee, sondern länger“, sagt Block.

Im Back- und Brauhaus Drayß ließen es sich in den letzten Wochen Sängerin Lady Gaga und Filmheld James Bond schmecken – zumindest standen diese Namen auf den Gästelisten. Dass nicht jeder Besucher seinen echten Namen notiert, ist ein Problem, das sich nur schwer kontrollieren lässt. „Die Gäste füllen den Kontaktzettel aus und lassen ihn während des Besuchs auf dem Tisch liegen“, erzählt Mitarbeiterin Nadine Klingenmeyer. Erst wenn die Besucher das Restaurant verlassen haben, werden die Zettel eingesammelt. „Das machen wir so, um das Ende des Aufenthalts eintragen zu können“, so Klingenmeyer.

Sich bei zweifelhaften Namen den Personalausweis des Gastes zeigen zu lassen, sei in der Praxis nicht realisierbar. „Das Kontrollieren wäre sehr aufwendig, aber rechtlich auch gar nicht so einfach. Denn das ist eigentlich die Aufgabe der Polizei oder des Ordnungsamtes“, sagt Klingenmeyer. kur/tbö

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional