Bürstadt

Kommunalpolitik Stadtentwicklungsausschuss diskutiert heute über die Umgestaltung der verkehrsberuhigten Zone

Streit um Pläne für die Nibelungenstraße

Archivartikel

Bürstadt.Die Umgestaltung der Nibelungenstraße in Bürstadt beschäftigt heute, 19.30 Uhr, den Umwelt- und Stadtentwicklungssausschuss im Rathaus – und die betroffenen Geschäftsleute in der verkehrsberuhigten Zone. Michael Gärtner von Doll’s Metzgerei hat bereits Widerspruch eingelegt, lässt sich von einem Rechtsanwalt beraten und erwägt sogar, dagegen zu klagen. „Die Planung der Stadt geht völlig an den Interessen der Bevölkerung und der Unternehmen vor Ort vorbei“, sagt Gärtner gegenüber dem Südhessen Morgen.

Gärtner hatte gehofft, dass sich die Stadt weiter auf die Selbstständigen zubewegt. Er hatte sich mehr Parkplätze und eine Lieferzone vor dem Geschäft gewünscht, außerdem müssten große Laster heranfahren dürfen. Doch in der Vorlage für die Sitzung heißt es: Lkw mit 40 Tonnen seien „zu groß, behindern den Verkehr und schädigen das Pflaster“. Nach dem Vorschlag des Gremiums Lokale Partnerschaft (LoPa) sollen künftig nur noch Laster mit maximal 17,5 Tonnen in die Straße fahren dürfen.

Darüber schüttelt Gärtner den Kopf. „Ich arbeite seit Jahrzehnten mit Lieferanten zusammen. Ich kann ihnen nicht vorschreiben, mit welchem Lkw sie anfahren“, sagt er. Und: „Das ist eine Geschäftsstraße.“ Dass diese Regelung auch für Metzgereien in anderen Städten gilt, hilft ihm nicht. Er produziere am Hauptsitz und beliefere von dort aus sechs Filialen in der Umgebung.

Das Blumengeschäft von Stefanie Bartosch einige Meter weiter hatte sich auch einen Parkplatz vor der Tür gewünscht, weil die Schalen und Gebinde sehr schwer zu tragen seien. Laut Verwaltung könne dieser wegen der Nähe zum geplanten Kreisel und aus Sicherheitsgründen nicht realisiert werden. Grundsätzlich schreibt Lindemann: „Letztlich kann es bei keiner Planung ein Ergebnis geben, das alle Beteiligten hundertprozentig zufriedenstellt. Insbesondere den Gewerbetreibenden wurde so weit wie möglich entgegen gekommen.“ Zudem seien statt zehn künftig zwölf Parkplätze sowie eine ausgewiesene Ladezone für die Anlieferung vorgesehen.

Entwässerung in Bobstadt

Die SPD hätte gerne eine eigene Sitzung nur zu diesem Thema gehabt, doch das hat die Verwaltung abgelehnt – mit Verweis auf die kleine Tagesordnung. Dadurch sei genug Zeit für eine Diskussion. Insgesamt soll es ab 19.30 Uhr um vier weitere Punkte gehen: Nach den vielen überfluteten Kellern im Juni in Bobstadt berichtet ein Experte vom aktuellen Stand zur Stadtentwässerung. Dazu ist auch der Ortsbeirat Bobstadt eingeladen.

Die SPD hat noch Fragen zu den wiederkehrenden Straßenbeiträgen, die in der Sitzung beantwortet werden. Auf Wunsch der Grünen legt die Verwaltung eine Liste vor, in welchen Straßen das Gehwegparken inzwischen verboten ist.

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