Bürstadt

Soziales Angebot in Bürstadt hat seit 5. Januar wieder geöffnet / Fahrdienst erhält Unterstützung durch Judoka und neue freiwillige Helfer

Tafel versorgt Menschen weitgehend kontaktlos

Bürstadt.Die Bürstädter Tafel kann ihre Dienstleistungen trotz Lockdown wieder anbieten. Seit Dienstag, 5. Januar, ist die Anlaufstelle in der Straße „Am Bildstock“ wieder geöffnet. Die Mitarbeiter sind derzeit gar nicht dabei, wenn sich die Kunden ihre Einkaufstaschen selbst füllen, denn die Ausgabe der Tafel findet kontaktlos statt. „Das passiert, damit sich sowohl die Helfer als auch die Kunden sicher fühlen“, erklärt Tafelkoordinatorin Ute Weber-Schäfer vom Diakonischen Werk auf Nachfrage dieser Redaktion.

Durch Corona ist die Anzahl der Helfer im Gebäude in der Straße „Am Bildstock“ begrenzt. Wenn alle da sind, die dürfen, kann die Arbeit gut bewältigt werden. Fällt von den Ehrenamtlichen jemand aus, gibt es ein bis zwei Ersatzhelfer. Wenn diese auch nicht da sind, wird es eng.

Besonders gesucht waren Fahrer, um die Waren bei den Supermärkten und Einzelhändlern abzuholen, die mit der Tafel kooperieren. Bärbel Kilian, Teamleiterin Büro und Verwaltung, berichtet, dass der 1. Judo-Club die Idee hatte, die Fahrer in der ersten Januarwoche zu unterstützen. Tatsächlich waren zwei der vier Judoka, die sich prinzipiell bereit erklärt haben zu helfen, beim Fahrerteam im Einsatz. Und von dort gab es die Rückmeldung, dass es prima geklappt habe mit der Unterstützung. Der Verein stünde auch für weitere Fahrten zur Verfügung, falls dies notwendig sein sollte.

Inzwischen kann der Teamleiter der Fahrer, Uwe Hartmann, berichten, dass sich drei Interessenten gemeldet haben und einer bereits im Einsatz war. Allerdings sei nicht sicher, ob er langfristig dabei sein werde, denn er ist auf der Suche nach einer Festanstellung. Ein weiterer beginnt Ende Januar. Mit dem dritten Interessenten werde noch Kontakt aufgenommen. „Das hilft uns auf jeden Fall weiter, auch wenn es wahrscheinlich bei manchen nicht auf Dauer ist“, erklärte die Koordinatorin.

Beim Sortieren und Einräumen der Waren ist es für die Helfer nicht einfacher geworden. „Es ist eine harte Arbeit, die noch dazu durch das Tragen der Masken erschwert wird“, so Ute Weber-Schäfer. Das Team trägt jetzt sogar FFP 2-Masken, um sich und den Kunden größtmöglichen Schutz zu bieten, auch wenn sie fast nicht mehr direkt aufeinandertreffen.

Einer der 200 Tafel-Helfer der Diakonie Bergstraße habe angefragt, ob nicht auch sie schnell geimpft werden könnten. Das muss Ute Schäfer-Weber allerdings verneinen. „Das ist bei den Impfvorgaben der Regierung nicht vorgesehen. Denn die sozial arbeitenden Ehrenamtlichen stehen nicht an erster Stelle. Wenn alle meine Leute geimpft wären, könnten wir sorgloser unserer Tätigkeit nachgehen“, seufzt sie. Denn viele gehören zur Risikogruppe, allein schon durch ihr Alter. „Den Ehrenamtlichen gehört mein größter Respekt. Sie ordnen ihre eigene gesundheitliche Sicherheit der Fürsorge für die bedürftigen Kunden unter, die die Tafel in der Pandemie ganz besonders brauchen“, betont die Koordinatorin.

Die Ausgabe der Tafel läuft ganz normal weiter, wenn auch größtenteils kontaktlos, so wie die letzten Male. Wöchentlich wird geschaut, ob das Konzept an die Corona-Regeln angepasst werden sollte.

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