Bürstadt

Palliativ- und Hospiz-Initiative Ried Petra Bauer kümmert sich nun hauptamtlich um Familien

Trauernde behutsam begleiten

Archivartikel

Bürstadt.Wenn Großeltern, Eltern, Geschwister oder das eigene Kind sterben, scheint sich die Trauer wie ein schwarzes Tuch über die Betroffenen zu legen. Besonders für Kinder und Jugendliche wird die Verarbeitung des Verlustes eines geliebten Menschen oft zu einer Herkulesaufgabe.

Bei einem Pressegespräch in den Räumen der ambulanten Palliativ- und Hospiz-Initiative Ried – kurz PaHoRi – die nach umfangreichen Umbauarbeiten in der Schubertstraße 31 heller und freundlicher geworden sind, stellte die leitende Koordinatorin Gabi Weiß-Szpera ihre neue Kollegin Petra Bauer vor. Diese war bisher ehrenamtlich tätig und wird zukünftig als Koordinatorin für Familientrauerbegleitung und in der Kindertrauer- und Einzelbegleitung das Büro der PaHoRi verstärken.

In Schulen und Kindergärten aktiv

„Wir begleiten Familienangehörige auf ihrem Weg zur Trauerbewältigung“, berichtete Weiß-Szpera. Die Ehrenamtlichen gehen auch zu den Betroffenen nach Hause, oder diese können die Trauersprechstunde besuchen. Beratende Angebote bietet PaHoRi auch für Schulen und Kindergärten – etwa, wenn ein Lehrer oder Klassenkamerad verstorben ist. Das Abschiednehmen gestaltet die PaHoRi-Yolo-Gruppe mit. Dabei handelt es sich um ein Projekt des Hessischen Hospiz- und Palliativ-Verbandes mit eineinhalbstündigen Projekteinheiten.

Unter der Überschrift „Die Sache mit dem Sterben – warum es zum Leben dazu gehört“ sprechen Schüler der Klassen sieben und acht sowie Konfirmationsgruppen darüber. Mit Herzblut, Empathie und einer guten Ausbildung begleiten die Ehrenamtlichen aber auch schwer- und lebensverkürzt erkrankte Kinder und Jugendliche ab Diagnose. Auch wenn ein Elternteil betroffen ist, sind sie zur Stelle. Neben dem Trost, den sie spenden, sind sie hilfreiche Netzwerker und leisten gute Dienste als Begleiter bei Arztbesuchen. Sie entlasten zudem die Eltern und unterstützen sie im Alltag individuell. Zudem unternehmen sie etwas mit Geschwisterkindern, die als „Schattenkinder“ bezeichnet werden.

Mit besonderem Augenmerk wollen sie ab dem 16. Oktober die nächste Kindertrauergruppe starten. Diese richtet sich an Kinder im Alter von sieben bis 13 Jahren. An acht festen Terminen sollen die Trauerprozesse thematisch erarbeitet werden. Dabei können sie Briefe an Verstorbene schreiben oder kreative kleine Boxen mit guten Erinnerungszetteln basteln. Fragen, ob es dem Opa, der Oma oder dem Papa im Himmel wohl gut geht, werden kindgerecht beantwortet. Dass Trauer nicht nur ein „schwarzes Tuch“ ist, wird ebenso mit schwarzem und buntem Stoff deutlich gemacht. Um die Kinder zum Sprechen anzuregen, kommen auch Knuddeltiere oder eine Handspielpuppe zum Einsatz. „Mit ihnen zu reden, fällt den Kindern oft leichter, als von sich selbst zu erzählen“, weiß Petra Bauer.

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