Bürstadt

CDU-Senioren Vortrag von Polizeihauptkommissarin Christel Shelton im Briebelsaal

Trickbetrug und dubiose Geschäfte

Bürstadt.Bester Schutz gegen Trickbetrug und dubiose Geschäfte ist nach Ansicht von Polizeihauptkommissarin Christel Shelton der gesunde Menschenverstand. Denn: "Jeder hat einen sechsten Sinn", erklärte sie in ihrem Vortrag, zu dem die CDU-Senioren in den Briebelsaal eingeladen hatten.

Shelton, eine von vier Polizeibeamten, die im Bereich Südhessen technische Beratungen erteilen, wies in ihrem lebhaften Referat auf "Enkeltricks" hin, die "leider immer wieder funktionieren". Vermeintliche Notlagen vorgebend, werden besonders ältere Menschen zu Geldübergaben an unbekannte Personen verleitet. "Aufgepasst - Gefahr!" lautete dazu ein kleiner Film, der die Masche visuell unterstrich. "Überprüfen sie die Angaben und rufen sie im Zweifel die Polizei", sagte die Fachfrau. Dabei sollten sich die Angerufenen Zeit lassen. Auch sogenannten Haustürgeschäften, dubiosen Sammlungen und Spendenlisten erteilte sie eine klare Absage. "Kaufen sie nichts an der Haustür", mahnte sie. Denn selten seien die angebotenen Waren von entsprechender Qualität oder es handele sich dabei sogar um Hehlerware. Zudem treten Trickbetrüger oft als Paar auf. Auch Handwerker, die sich als hilfreiche Dienstleister anbieten, zocken besonders gerne Senioren ab. "Wenn sie ja gesagt haben, dann haben sie einen Vertrag abgeschlossen", erläuterte Christel Shelton die rechtliche Situation. Denn auch ohne Unterschrift sind mündlich abgeschlossene Verträge gültig.

Falsche Polizeibeamte

Ein neues Phänomen sind falsche Polizeibeamte. Telefonisch wird nach Geld und Schmuck gefragt, und sie bieten an, die Wertgegenstände abzuholen und zu sichern. "Gehen sie darauf nicht ein!", erklärte Shelton. Denn Polizeibeamte holen keine Wertgegenstände ab. Die dreisten Täter, die sich auch nicht davor scheuen, vor korrupten und beteiligten Bankbeamten, Polizisten und sogar Staatsanwälten zu warnen, wollen nur eines: auf betrügerische Art an Geld und Wertgegenstände zu kommen. "Lassen Sie sich den Ausweis zeigen", lautete der Rat der Expertin.

In allen Fällen hilft zudem ein Rückruf bei der Polizeibehörde, den Angehörigen oder den Handwerksbetrieben. "Bewahren sie sich ihren gesunden Menschenverstand", riet sie dringend, und ihr oberstes Gebot lautete: "Lassen Sie niemand Fremdes in ihre Wohnung!". Zudem erteilte sie Bettelbanden eine Absage, die oft mit Hilfe von alten Frauen und Kindern in Einkaufszentren und Geschäftsstraßen an Geld kommen wollen. "Das ist moderner Menschenhandel", sagte Shelton, denn die Betroffenen würden von kriminellen Komplizen "abkassiert" und kämen nicht in den Genuss der Spenden. Fell

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