Bürstadt

Haupt- und Finanzausschuss Zweckverband Kommunalwirtschaft Mittlere Bergstraße soll künftig das Abwasser aus Bürstadt beseitigen

Trotz Kooperation steigen die Kosten

Bürstadt.Seit Jahrzehnten sprechen Kommunalpolitiker in Bürstadt über die Abwasserbeseitigung – und wie diese mit möglichen Kooperationen mit den Nachbarkommunen günstiger werden könnte. Im Haupt- und Finanzausschuss haben die Stadtverordneten am Mittwoch einen Grundsatzbeschluss gefasst: Sie wollen dem Zweckverband Kommunalwirtschaft Mittlere Bergstraße (kurz KMB) die Aufgaben der Abwasserbeseitigung übertragen. Und nicht nur das: Auch im Bereich Tiefbau, also was Kanäle und Straßen angeht, könnte der KMB der Stadt Bürstadt unter die Arme greifen. Zunächst muss aber die Stadtverordnetenversammlung zustimmen. Danach werden die Details geklärt. Zudem stehen die Beschlüsse von Biblis und Groß-Rohrheim noch aus.

Lampertheim geht dagegen einen eigenen Weg und hat sich vor einem Jahr aus dem Prozess der Zusammenarbeit im Mittelzentrum Ried verabschiedet. Ihre Enttäuschung darüber brachten die Bürstädter zum Ausdruck: „Lampertheim lässt uns im Regen stehen“, sagte Hans-Georg Gött (SPD). Denn die Kooperation mit Mannheim, die Lampertheim aufgrund der Nähe vorsieht, sei für Bürstadt nicht sinnvoll. Doch inzwischen sei eine gewisse Eile geboten, da die Bürstädter Kläranlage nicht auf Dauer den Anforderungen gewachsen sei.

Trotz der Kooperation mit KMB werden die Kosten laut Hans-Georg Gött in Zukunft nicht sinken, sondern sogar steigen: „Die Entsorgung von Klärschlamm wird immer teurer.“ Das werde sich auf die Gebühren auswirken, kündigte er an. „Die Abwasserbeseitigung soll nicht billiger, sondern besser werden“, betonte Alexander Bauer (CDU).

In Bürstadt erfülle die Kläranlage aus Kostengründen lediglich die Mindeststandards. Der KMB arbeite auf viel höherem Niveau. Das ist nach Ansicht aller Politiker auch wichtig. „Die Klärstufe 4 für Arzneimittel wird kommen, wir wissen nur noch nicht wann“, sagte Franz Siegl (SPD). „Dafür sehe ich den KMB gut aufgestellt.“ Zudem habe der Verband bereits signalisiert, die Mitarbeiter aus Bürstadt übernehmen zu wollen.

Sinnvoll findet Gött die geplante Zusammenarbeit auch in Sachen Straßenbau. Wenn der Asphalt aufgebrochen werde, etwa weil die Telekom Leitungen verlegt, würde der Zustand des Asphalts danach nicht kontrolliert. Bauer kennt etliche geflickte Stellen auf Radwegen, wo die rote Farbe fehlt. Er begrüßt es, wenn der KMB künftig die „Baustellen-Nachsorge“ übernehmen würde.

Das Thema Abwasserbeseitigung wird die Politiker noch eine Weile beschäftigen: „Es ist noch gar nicht klar, zu welchen Konditionen wir einsteigen“, sagte Bauer.

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