Bürstadt

Frankensteinstraße Bobstädter Ortsbeirat kämpft um Tempo 30

Unterstützung kommt aus Hofheim

Archivartikel

BOBSTADT.Zunehmender Lkw-Verkehr, Lärmbelästigung und Gefährdungen für Radfahrer und Fußgänger – die Anwohner der Frankensteinstraße fordern schon seit Jahren Tempo 30 für die Bobstädter Durchfahrtsstraße. Eine „Never-Ending-Story“, wie es Sozialdemokrat Franz Siegl in der jüngsten Ortsbeiratssitzung beschrieb. Und das, obwohl sich die Lokalpolitiker eigentlich einig sind.

„Hier muss zum Schutz der Anwohner Tempo 30 gelten“, betonte einmal mehr der Bürstädter SPD-Fraktionsvorsitzende Siegl. In den vergangenen Jahren sind Ortsbeirat und Stadtverordnetenversammlung aber immer an der ablehnenden Haltung von Hessen Mobil gescheitert. Nun wollen sie mit Unterstützung aus Hofheim einen neuen Anlauf nehmen. Einen entsprechenden Antrag der SPD hat der Ortsbeirat einstimmig angenommen.

Die Hofheimer Nachbarn sind vom hohen Verkehrsaufkommen nämlich ähnlich betroffen wie die Bobstädter. Die Frankensteinstraße führt als L 3411 und später als Bahnhofstraße genauso durch den Lampertheimer Stadtteil wie durch Bobstadt. Auch in Hofheim beklagen sich die Anwohner schon lange, insbesondere der gestiegene Laster-Verkehr ist ihnen ein Dorn im Auge. Erst vor einer Woche hat auch dort der Ortsbeirat über mögliche Maßnahmen beraten.

Das Hofheimer Gremium hatte in 24 Stunden gut 600 Fahrzeuge, davon 250 Brummis, gezählt. „Am gestiegenen Lkw-Verkehr sind wir ja auch nicht ganz unschuldig“, sagte Antragssteller Franz Siegl und verwies auf das „Rossmann“-Lager.

Von der Geschwindigkeitsreduzierung verspricht sich die SPD mehr Sicherheit sowie weniger Lärm und Feinstaub. Durch parkende Fahrzeuge und Fußgänger, die die Straße überqueren, sei die Situation sehr unübersichtlich. „Außerdem befinden sich dort Bushaltestellen, die viele Kinder nutzen“, betonte Siegl. Zudem gebe es keinen Radweg. Deshalb sei es nur folgerichtig, das Tempo zu drosseln. Daneben will die SPD mit der Regelung aber auch mehr Verkehr aus dem Ort raushalten – insbesondere Lkw-Verkehr. Viele Lastwagen würden aktuell auf dieser Strecke Mautstellen umfahren.

Zwei Dezibel zu wenig

Neu ist die Idee der SPD nicht. „Einen solchen Antrag haben wir schon 2016 gestellt“, erinnerte Ursula Cornelius (CDU). Allerdings habe die zuständige Landesbehörde Hessen Mobil alle bisherigen Anträge abgelehnt. Es liege „kein überdurchschnittlich hohes Unfallgeschehen“ vor, wie es in einem Schreiben der Behörde heißt. Weder ein Lärmgutachten noch eine Ortsbesichtigung mit Vertretern der Fachbehörden ergaben die Befürwortung einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer. Die Lärmrichtwerte würden im gesamten Bereich um etwa zwei Dezibel unterschritten. Zum Vergleich: Etwa 50 Dezibel werden als angenehm empfunden, 100 Dezibel als zu laut.

Von Hessen Mobil hieß es noch im April: „Die Vertreter sind nach objektiven Kriterien zu dem Schluss gekommen, dass die Frankensteinstraße keinen Unfallschwerpunkt hat und insofern keine Gefahrenstelle vorhanden ist.“ Bei den Ortsbeiratsmitgliedern und den Gästen stieß das auf Unverständnis.

Von einigen Beiratsmitgliedern und auch Zuhörern wurde Bürgermeisterin Bärbel Schader, die der Sitzung beiwohnte, für das bisher ausbleibende Limit hart kritisiert. „Sie sind die Chefin. Sie haben die Befugnis – wenn Sie sagen Tempo 30, dann ist auch Tempo 30“, ärgerte sich Ralf Hergesell (SPD).

Schader verwies darauf, dass die Frankensteinstraße der Landesbehörde unterliege. Deren Zustimmung sei erforderlich, da die Frankensteinstraße – wie die Bahnhofstraße in Hofheim – eine Landesstraße ist.

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