Bürstadt

Politik Bürstädter CDU ehrt langjährige Mitglieder

Vater und Sohn bringen es auf 75 Jahre Mitgliedschaft

Bürstadt.Jeweils am ersten Advent dankt der CDU-Stadtverband Mitgliedern, die der Partei die Treue halten. Doch das Ungewöhnliche bei den Ehrungen im Saal des Historischen Rathauses war dieses Mal die Auszeichnung für Vater Herbert (84) und Sohn Alexander Bauer (46), die insgesamt auf 75 Jahre Parteimitgliedschaft zurückschauen können.

„Das war so nicht abgesprochen“, plauderte Alexander Bauer aus dem familiären Nähkästchen. Im Gegenteil: Mutter Anita wollte auf keinen Fall, dass am Familientisch über Politik gesprochen wurde.

CDU-Fraktionschef Jürgen Eberle blickte in seiner Laudatio auf das ereignisreiche Wirken von Herbert Bauer zurück. Die Mitgliedschaft von Bauer sei vom Fortschritt Bürstadts geprägt: Baugebiete in allen drei Stadtteilen seien erschlossen und Schulen, Straßen und Sportstätten auf Vordermann gebracht worden. Auch der Friedhof wurde erweitert und das Mittelzentrum Ried geschaffen.

Bis 1989 engagierte sich Herbert Bauer als Stadtverordneter und ließ sich 2005 und 2006 als Nachrücker noch einmal für 18 Monate reaktivieren. Er führt den Ehrentitel „Ratsherr“ ebenso wie Sohn Alexander, der seit 2008 dem hessischen Landtag als direkt gewählter Abgeordneter angehört. Zudem ist er Vorsitzender des Stadtverbandes.

Seit Jugendtagen mit Alexander Bauer verbunden und ebenfalls seit 25 Jahren CDU-Mitglied ist Jürgen Eberle. Als Messdiener und auf dem Fußballplatz machten sie gemeinsame Sache. Nun dankte Eberle Herbert Bauer mit persönlichen Worten: Dessen Engagement und die Tatkraft haben Eberle bestärkt, „ihm nachzueifern“.

Julia Kilian-Engert versetzte die zahlreichen Gäste dabei gedanklich immer in die Zeit zurück, zu denen die Geehrten sich zum Parteieintritt entschlossen hatten. Sie erinnerte an Jahre des Aufbruchs und an die Proteste der Jugend nach Veränderungen 1968. Aber auch an die Einweihung der Gesamtschule, die 1978 in Bürstadt erfolgte. Sie berichtete von Demonstrationen für den Frieden, aber auch von Weichenstellungen, die in Bürstadt entscheidend von der CDU mitgeprägt worden seien.

Im Reigen der sechs geehrten Männer stachen Leni Ofenloch und Marianne Strecker heraus. Während Leni Ofenloch in die Stadtverordnetenversammlung gewählt wurde, wirkte Marianne Strecker oftmals mehr hinter den Kulissen. Als Frau des ehemaligen Bürgermeisters Horst Strecker hielt sie ihm nicht nur den Rücken frei und kümmerte sich um die Familie, sondern gründete auch die Seniorengymnastikgruppe und brachte sich aktiv bei den CDU Frauen ein.

Zu den Aktivposten der Partei gehört auch Norbert Mink. Dem ehemaligen Ortsvorsteher von Riedrode, der aus beruflichen Gründen ausschied, dankte der CDU-Vorstand ebenso, wie den beiden fördernden Mitgliedern Felix Pommer und Heinrich Rose.

Staatssekretär Michael Meister, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes, bescheinigte Bürstadt „gut dazustehen“. Meister und Alexander Bauer gehören zu den Delegierten, die beim CDU-Parteitag entscheiden, wer die Partei führt. Den Europagegner erteilte er eine Absage. Für ihn bedeute Europa nicht mehr Bürokratie, sondern in erster Linie seit mehr als 70 Jahre Frieden. Fell

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