Bürstadt

Reit- und Fahrverein Riedrode Großes Fest zum 50. Geburtstag fällt Corona-Krise zum Opfer / Moderne Landwirtschaft macht Pferde zwischenzeitlich überflüssig

Vereinsgründung im zweiten Anlauf

Archivartikel

Riedrode.Viel hatten sich die Mitglieder vorgenommen für dieses besondere Jahr: 2020 ist der Reit- und Fahrverein Riedrode ein halbes Jahrhundert alt geworden. Allerdings hat die Corona-Pandemie den begeisterten Reitern einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Traditionell hätte es am ersten Mai ein großes Dressur- und Springturnier geben sollen. Die Planungen waren bereits abgeschlossen, die ersten Vorbereitungen erledigt, dann war klar: Es würde kein Turnier stattfinden. Natürlich waren alle Vereine gleichermaßen von den Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen betroffen. Doch bei den Riedrodern hingen die Köpfe besonders tief, da es doch ihr großes Jubiläum hätte sein sollen.

So plante der Verein, das Ganze in etwas abgespeckter Version im September nachzuholen, in Kombination mit dem mittlerweile gut etablierten Reitertag. Doch auch hieraus sollte nichts werden. Wiederum zeichnete sich schnell ab, dass sich die Durchführung eines Turniers sehr schwierig gestalten würde. Der Aufwand, um alle Auflagen zu erfüllen, drohte die Kapazitäten des Vereins zu übersteigen. So entschloss sich der Vorstand, auch die geplante akademische Feier im Bürgerhaus Riedrode vorzeitig abzusagen.

Erste Versammlung 1949

Gerne hätte der Reitverein dabei seine 50-jährige Geschichte Revue passieren lassen. Nur noch wenige können sich an die Anfänge erinnern, viele der heutigen Mitglieder waren bei der Vereinsgründung noch Kinder. Kaum jemand weiß noch, dass der Verein zweimal gegründet wurde – das erste Mal im Jahr 1949. Damals traten gleich 15 Mitglieder während der Gründungsversammlung dem neuen Reit- und Fahrverein bei. Heinrich Jakob Fachinger wurde zum ersten, Hermann Burk zum zweiten Vorsitzenden gewählt, die Reitergruppe sammelte einen Erfolg nach dem anderen. Dennoch musste sich der Verein zum Bedauern der Mitglieder 1957 abmelden, da durch die Modernisierung und Motorisierung der Landwirtschaft immer mehr Pferde in Riedrode abgeschafft wurden.

Erst 1970, genau am 16. September, beschloss eine Gruppe Reiter, einen neuen Verein zu gründen, und setzten diese Idee am 1. Oktober 1970 in die Tat um – erst noch als Teil der SG, ab 1972 dann selbstständig. Erfahrene Mitglieder aus dem ursprünglichen Verein und auch der erste Reitlehrer Karl Degen aus Lorsch, im Besitz des goldenen Reitabzeichens, waren Garanten für einen erfolgreichen Sportbetrieb. Die Reiter traten bei Turnieren an, schafften es bis zu Verbandsmeisterschaften und nahmen an Vergleichswettkämpfen teil. Schon 1974 zählte der Verein 150 Mitglieder, davon 50 aktive Reiter mit 80 Pferden.

Für das Training im Winter wurde bald eine Reithalle benötigt. 1975 erwarb der junge Verein aus der Konkursmasse des Strebelwerks in Mannheim eine Stahlhalle. Nach zähen Verhandlungen mit der Stadt und der Forstbehörde wurde sie 1979 gebaut – hauptsächlich in Eigenleistung mit vielen, vielen Arbeitsstunden. 1981 konnte dann Einweihung gefeiert werden. red

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