Bürstadt

Jubiläum Jugendfeuerwehr Riedrode feiert 25-jähriges Bestehen mit Festakt und großer Übung / Nachwuchs muss sieben vermisste Personen befreien

„Verletzte“ aus brennender Halle gerettet

Archivartikel

Riedrode.„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“: Dieses Sprichwort gilt auch für die jungen Brandschützer in Riedrode. Spaß hat ihnen die Großübung der Jugendfeuerwehren des Löschbezirks 4 aber sicherlich auch gemacht. Erst danach haben sie ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert.

50 Jugendliche aus Riedrode, Bürstadt, Bobstadt, Nordheim und Biblis haben – unter Aufsicht ihrer 20 Betreuer – mit sieben Fahrzeugen den Ernstfall geprobt: ein Brand mit vermissten Personen. Auf dem Gelände der Geräte- und Maschinenhalle in Riedrode mussten sieben Verletzte aus der vernebelten Halle gerettet werden. Anschließend setzten sie Wasserschläuche ein, um das Feuer löschen zu können.

„Durch den Einsatz von Nebelmaschinen wurde der Brand so echt wie möglich dargestellt“, erzählte Michele Gerhard von der Jugendfeuerwehr Riedrode. Sie fand die Übung „gut strukturiert, interessant und aufregend für die Kinder“. Die 16-Jährige war eine der sieben Personen, die aus der Halle gerettet wurden. Im Szenario hatte sie sich den Fuß in einer Landmaschine eingeklemmt. Die Kinder mussten einen Hebel bedienen, um sie befreien zu können. „Die Übung war ein voller Erfolg“, fand auch Wehrführer Sascha Brutscher am Abend bei der Jubiläumsfeier und Mitgliederehrung.

Gegründet worden ist die Jugendfeuerwehr Riedrode am 11. Juni 1993. Daran erinnerte der Erste Stadtrat Walter Wiedemann. Er zeigte sich froh, bei diesem „ersten klassischen Jubiläum dabei zu sein“ und lobte die Einsatzbereitschaft und das Engagement aller Beteiligten. Wiedemann erinnerte auch daran, dass in den vergangenen 25 Jahren bislang nur drei Personen das Amt des Jugendwarts inne hatten. „Diese Kontinuität ist ein gutes Zeichen für eine erfolgreiche Jugendarbeit“, betonte Wiedemann. Er ist fest davon überzeugt, dass der Nachwuchs von „Erfahrungen in Theorie und Praxis profitiert. Das Jubiläum ist ein guter Grund zum Feiern, da der Brandschutz in Riedrode sichergestellt ist.“

„Es macht viel Spaß und ist toll, gemeinsam anderen Leuten zu helfen“, meinte Anuk Bopp. Die 14-jährige engagiert sich seit zwei Jahren bei der Jugendfeuerwehr Riedrode und freut sich vor allem über den guten Zusammenhalt. Zudem findet sie die Aufgaben aufregend und interessant. Ihr Bruder Luca Bopp ist bereits seit fünf Jahren Mitglied der Jugendfeuerwehr – erst in Bürstadt, jetzt in Riedrode. Spaß ist für ihn ebenfalls wichtig, zudem schätzt er die Kameradschaft im Verein. Luca trifft dort seine Freunde und übernimmt mit seinen 18 Jahren bereits Verantwortung und Leitungsaufgaben: Er leitet die Jüngeren an und unterstützt sie, damit „sie leicht Dinge selbstständig hinbekommen“. Beim Jubiläum bedankte sich die ganze Gruppe bei ihren Betreuern für das Engagement.

Reski und Brutscher geehrt

„Die Jugendfeuerwehr beginnt mit zehn Jahren“, erklärte Uwe Zinnel, Zweiter Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Riedrode. „Ab 17 besteht die Möglichkeit, in die aktive Feuerwehr einzutreten.“ Er ist stolz auf die Leistung und das Engagement der Jugendfeuerwehr. „Die Jugend ist motiviert“, verdeutlichte er in seinem Grußwort bei der Feier. „Für ein Dorf mit rund 900 Einwohnern ist es eine beachtliche Leistung, dass derzeit 18 Personen in der Jugendfeuerwehr und acht Kinder bei der Kinderfeuerwehr aktiv mitwirken“, sagte Zinnel.

Auch Ehrungen gab es beim Jubiläum für herausragende Leistungen, zudem ging der Dank an die Gründungsmitglieder der ersten Stunde. Mit ihrem Engagement und ihrer Initiative haben sie vor 25 Jahren die Grundlage für die Jugendarbeit gelegt. Thorsten Reski und Sascha Brutscher sind Gründungsmitglieder und erhielten für ihre 25-jährige aktive Mitarbeit in der Feuerwehr das silberne Brandschutzehrenzeichen. Marcus Gerhard bekam für seine langjährige Mitarbeit die Floriansmedaille in Bronze, und Tobias Helwerth wurde für seine langjährige Mitarbeit, unter anderem ist er seit sieben Jahren Jugendwart der Feuerwehr in Riedrode, mit der Floriansmedaille in Silber geehrt.

Wie viel sich getan bei der Jugendfeuerwehr in Riedrode hat, verdeutlichte Markus Gerhard in seinem Rückblick. Riedrode habe die „stärkste Jugendfeuerwehr im Stadtkreis“. Zudem freute er sich, dass sich die Ausstattung in den vergangenen 25 Jahren deutlich verbessert hat: Der Nachwuchs sei froh über seine Schutzkleidung, das Zeltlagermaterial und die technischen Möglichkeiten.

25 Jahre sind ein langer Zeitraum, fand Sascha Brutscher: eine Zeit „voller Geschichten, Freundschaften und Lebenserfahrung“. Danach gingen alle zum gemütlichen Teil des Fests über.

Info: Fotostrecke unter suedhessen-morgen.de

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