Bürstadt

Soziales Fundtiere sollten im Tierheim gemeldet werden

Verletzte Katze bewegt Tausende

Bürstadt.„Katzen sind zäh, und der Kater hatte zumindest eine Chance, weil Sie ihn mir gebracht haben“, sagte die Lampertheimer Tierärztin Dr. Gabriele Hackl am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung. Er war am Mittwochvormittag in Bürstadt von einem Auto angefahren worden (wir berichteten). Trotz der schweren Verletzung habe sich sein Zustand durch eine Infusion zunächst stabilisiert, sich dann aber verschlechtert. Letztlich hat es der Kater nicht geschafft.

Auf Facebook gab es auf unsere Frage, wer den Kater kenne, mehr als 21 000 Klicks und zig Kommentare von Tierfreunden. Am Mittwochabend meldete sich eine Frau, die überzeugt ist, dass es sich um ihren Kater handelt. Sie hatte ihn erst vor einigen Wochen von einer Freundin übernommen, um ihn vor dem Tierheim zu bewahren. Dass er nun in der Peterstraße an der Ecke zur St.-Michael-Straße – nur einen Sprung von ihrer Wohnung entfernt – angefahren wurde, entsetzte die Tierfreundin. „Bei uns sind doch nur 30 Stundenkilometer erlaubt!“

Kennzeichnung wichtig

Tierärztin Gabriele Hackl meinte: „Katzen haben wahnsinnig gute Selbstheilungskräfte“, deshalb sei es richtig und wichtig, dass das schwer verletzte Tier behandelt wurde. Um die Eigentümer direkt verständigen zu können, plädiert sie dafür, jeden Vierbeiner zu kennzeichnen. Sie selbst nehme Tätowierungen am liebsten bei einer Kastration vor, wenn das Tier ohnehin eine Narkose bekomme. „Ich verlange für das Tätowieren gar nichts, weil mir das wichtig ist.“ Denn ab und zu komme es vor, dass sie Fundtiere gebracht bekomme. Zum Teil habe sie solche Tiere schon behalten oder privat weitervermittelt, um sie nicht ins Tierheim bringen zu müssen.

Dem Tierheim müssen aber alle Fundtiere gemeldet werden, mahnt Annette Maring, Vorsitzende des Tierschutzvereins in Lampertheim. „Wir kennen alle Möglichkeiten, um die Besitzer zu finden.“ Zudem würden Kosten nur übernommen, wenn die Finder den offiziellen Weg über das Tierheim oder das jeweilige Ordnungsamt gehen. Bei kranken oder verletzten Tieren sei klar, dass direkt ein Veterinär aufgesucht werden müsse. Die Abrechnung laufe jedoch über den Tierschutzverein, der mit den Behörden Rücksprache halte. Mit Bürstadt und Lampertheim hat der Tierschutzverein die Zusammenarbeit ohnehin vertraglich geregelt. Sobald der Besitzer gefunden sei, würde die Stadt diesem dann die Kosten in Rechnung stellen. Die Besitzerin des Katers wollte sich direkt bei Gabriele Hackl melden. cos

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional