Bürstadt

Bildung Sozialpädagogen-Team der Erich Kästner-Schule in Bürstadt muss seit der Schulschließung nur in wenigen Fällen helfen

„Viele positive Rückmeldungen“

Archivartikel

Bürstadt.Eine positive Zwischenbilanz kann das Sozialpädagogen-Team an der Erich Kästner-Schule (EKS) in Bürstadt derzeit ziehen: Trotz längerer Schließung und Homeschooling mussten Stefanie Kaupert (kleines Bild, oben) und Carsten Bach (kleines Bild, unten) Schülern, Lehrern oder Eltern nur in vereinzelten Fällen helfend zur Seite stehen.

„Ich persönlich hatte nur einen Fall, bei dem es daheim komplett daneben ging“, erzählt Kaupert. Auch Bach musste bisher nur in einer Angelegenheit vermitteln: „Ein Schüler hatte eine Auseinandersetzung mit seiner Mutter. Da mussten neue Absprachen für das Zusammenleben daheim getroffen werden. Das war aber schnell erledigt.“

Seit dem ersten Tag der eingeschränkten Schulöffnung vor ein paar Wochen sei Bach täglich wieder an der Schule gewesen: „Das war stundenweise wegen der Abschlussklassen. Wir haben zum Beispiel gezielte Angebote, wenn jemand unter Prüfungsangst leidet. Aber auch da kam so gut wie nichts an Anfragen.“

Das Einsatzgebiet der beiden Sozialpädagogen ist weit gefasst. Sie unterstützen Schüler bei Streitigkeiten mit Mitschülern, wenn sie gemobbt werden, bei Ärger oder Konflikte mit Familienmitgliedern sowie bei Schulangst. Aber auch Eltern wenden sich an das Team, wenn Kinder sich verweigern, es zu Familienstreitigkeiten kommt, bei Trennung und Scheidung oder in Erziehungsfragen. „Wir werden auch von Lehrern angesprochen, wenn bei einem Schüler Unlust überwiegt, es Verhaltensauffälligkeiten im Unterricht gibt oder wenn Schüler durch Ablenkungen im Unterricht auffallen“, erklärt Kaupert.

Schnelle Erreichbarkeit

Tag und Nacht sind die beiden über die Online-Plattform „Teams“ ansprechbar. Aktuell ist Kaupert in der Schule nur auf Nachfrage zu erreichen, weil sie zu einer der Corona-Risikogruppen gehört. Bach ist jeden Morgen drei bis vier Stunden in der EKS. „Über ,Teams‘ haben auch die Lehrkräfte mit den Schülern Kontakt gehalten. Da kamen viele positive Rückmeldungen von den Schülern, manchmal aber einfach nur die Nachfrage an uns: ,Wie geht es Euch?’“, freut sich Kaupert.

„Das Schöne an der Chat-Funktion bei ,Teams’ ist, dass es niederschwelliger ist, als persönlich bei uns in der Tür zu stehen“, betont Bach. „Die Schüler nutzen es auf ihren Smartphones wie den Kurznachrichtendienst WhatsApp oder ähnliches. Das ist entspannter für die Schüler.“ Und nicht nur für diese: „Ich hatte einen Fall, bei dem ein Lehrer im Gespräch mit einem Schüler Schwierigkeiten festgestellt hat. Der Lehrer wusste nicht, wo ich zu erreichen bin, und hat schnell über ,Teams’ an seinem Laptop nachgefragt“, erzählt Bach. „Zwei Minuten später war ich bei ihm, ohne dass er mich im ganzen Schulgebäude suchen musste.“

Auch Kaupert ist überzeugt, dass die Nutzung von digitalen Schulportalen in Zukunft ein Zugewinn für alle sein kann. „Der Kontakt über das Portal kann anonymer stattfinden. Auch lassen sich hier Termine vereinbaren, die außerhalb der regulären Schulzeit liegen, damit Mitschüler oder Lehrer davon gar nichts mitbekommen.“

Trotz allem sei es natürlich derzeit eine merkwürdige Situation. „Ich hoffe auch, dass nicht zu viele Dinge aufgrund von Scham oder Hemmungen, uns zu schreiben, unausgesprochen geblieben sind“, sagt die Sozialpädagogin. „Aber den Eindruck habe ich zumindest nicht.“ Sie und ihr Teampartner hätten auch alle Eltern und Schüler angeschrieben, mit dem Hinweis, wo sie gerade zu finden seien und wann. Und Kaupert betont: „ Bei Konflikten im familiären oder schulischen Umfeld dürfen uns Eltern und Schüler jederzeit kontaktieren. Wir haben keine Patentlösung, aber können vielleicht mit Hinweisen oder Denkanstößen helfen.“

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