Bürstadt

Serie Rhein Petroleum hat Förderpläne rund um Bürstadt und Biblis noch nicht aufgegeben / Erlaubnis verlängert

Was macht . . . die Suche nach Öl im Ried?

Archivartikel

Bürstadt.20 Tonnen schwere Spezialfahrzeuge lassen im Herbst 2011 den Boden im Ried vibrieren: Die Firma Rhein Petroleum mit Sitz in Heidelberg gibt die aufwendigen Messungen in Auftrag, um den Boden auf Erdölvorkommen abzusuchen. Drei Jahre später ist klar: Bei Hofheim sowie auf Bibliser Gemarkung schlummert so viel Rohstoff im Boden, dass Rhein Petroleum Probebohrungen plant.

Doch nachdem sich Lampertheimer wie Bürstädter Stadtverordnete kritisch äußern, zieht sich die Firma zurück. Auf Nachfrage dieser Zeitung teilt das Regierungspräsidium (RP) in Darmstadt mit, dass Rhein Petroleum aber nach wie vor die Erlaubnis hat, im Ried nach Öl zu suchen.

Widerstände im Parlament

Das Unternehmen aus Heidelberg hat erst im Dezember 2017 die Genehmigung zur Erkundung der Ölvorkommen im hessischen Ried wieder verlängern lassen. „Das ist turnusgemäß geschehen, bedeutet aber nicht, dass es derzeit konkrete Pläne für eine Bohrung in Bürstadt oder Lampertheim gibt“, erklärt Sprecher Marcus Gernsbeck. Nach den Widerständen im Bürstädter und Lampertheimer Parlament gegen Probebohrungen südöstlich von Hofheim hatte Rhein Petroleum angekündigt, das Thema für einige Monate ruhen lassen zu wollen. Das ist genau vier Jahre her.

Fragen des „Südhessen Morgen“ zum weiteren Vorgehen beantwortete der damalige Geschäftsführer Michael Suana zuletzt im Juni 2014. Damals kündigte er im „Südhessen Morgen“-Interview an, die Bürger mit ausführlichen Informationen von der Notwendigkeit der Förderung überzeugen zu wollen. Das Unternehmen betonte, nicht das Bergrecht durchsetzen, sondern Einvernehmen mit den Kommunen herstellen zu wollen.

Passiert ist seitdem aber nichts mehr. Michael Suana hat die Geschäfte inzwischen an seinen Kollegen, den Geologen Carsten Reinhold, übergeben. „Die Schwerpunkte der Arbeit lagen auf der Ölförderung im Gebiet Schwarzbach bei Riedstadt im Kreis Groß-Gerau sowie auf Probebohrungen im Landkreis Karlsruhe“, gibt Gernsbeck über den aktuellen Stand Auskunft. Nach einer Bohrung in Graben-Neudorf, die sich als nicht sehr ergiebig erwiesen habe, sei derzeit eine weitere in Weingarten geplant. Zudem arbeite Rhein Petroleum mit dem Partner Wintershall im bayrischen Memmingen bei der Ölförderung zusammen.

Dass Bürstadt, Lampertheim oder Biblis im Moment nicht im Fokus stünden, heiße aber nicht, dass die Pläne komplett aufgegeben würden, betont der Unternehmenssprecher. „Sobald wir in der Region wieder etwas Konkretes planen, informieren wir die Öffentlichkeit“, sagt Gernsbeck.

Kommunalpolitiker in Bürstadt haben bereits vor vier Jahren von Experten des Bergbauamts im RP erfahren, dass sie kaum Möglichkeiten haben, eine Bohrung abzulehnen. Sollte es zur Förderung kommen, würde die Stadt höchstens von Gewerbesteuereinnahmen profitieren, denn Arbeitsplätze direkt am Bohrplatz gibt es nur wenige.

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