Bürstadt

Bildung Berufsinformationsabend an der Erich Kästner-Schule / Firmen suchen nach geeigneten Bewerbern

Welcher Beruf passt zu mir?

Archivartikel

Bürstadt.Sven Dehoust ist zuständig für die Berufsorientierung an der Erich Kästner-Schule (EKS) in Bürstadt. Er ist Mitglied der Schulleitung und Lehrer für die Fächer Geschichte, Deutsch und Arbeitslehre. Er hat auch in diesem Jahr den Berufsinformationsabend organisiert, bei dem sich Schüler und Eltern bei Firmen aus der Umgebung über Ausbildungsmöglichkeiten informieren.

In diesem Jahr wurden zum ersten Mal gezielt die Schüler der achten und neunten Klassen angesprochen, die Veranstaltung zu besuchen. „Wir hatten zur Eröffnung 120 Stühle gestellt, und es mussten noch einige zusätzlich geholt werden“, sagt Dehoust stolz. Insgesamt geht er von etwa 140 Besuchern aus. Das Angebot seit gut angekommen.

Acht Unternehmen aus verschiedenen Branchen nahmen an der Veranstaltung teil, unter anderen die Deutsche Bahn, der Zoll und die Firma Dentsply Sirona. Mit einigen Firmen habe die Schule schon viele Jahre Kontakt und teilweise auch Kooperationen, erzählt Sven Dehoust. Neu dabei in diesem Jahr war die Firma Schäfer III aus Biebesheim. Bei der Vorstellung der Unternehmen versprach der Personalreferent der Firma, Christian Uhl, echtes „Baustellenfeeling“ an diesem Abend.

Beeindruckende Bagger

Die jungen Männer, die sich die Präsentation anschauten, staunten bei den Imagefilmen über die Ausbildung zum Baugeräteführer nicht schlecht. Beim Anblick der 35 Tonnen schweren Bagger schlugen die Herzen der interessierten Schüler höher. Einer der Jungs interessierte sich offenbar schon länger für den Beruf, denn als sein Vater fragte, von welcher Firma die Baugeräte seien, antwortete der Sohn: „Mensch Papa, das sieht man doch allein an der Form.“

Doch nicht nur ein ausgeprägtes Interesse an den schweren Maschinen, sondern auch Praktika und Ferienjobs seien hilfreich bei der Bewerbung, rät Uhl. Im Familienunternehmen Schäfer III gibt es auch Ausbildungsmöglichkeiten zum Beton- und Stahlbauer und zum Straßenbauer. Alle Auszubildenden werden übernommen, sofern sie sich nichts zu Schulden haben kommen lassen.

„Es ist in der heutigen Zeit wirklich nicht leicht, geeignete Auszubildende zu finden, daher ist uns die Teilnahme an solchen Veranstaltungen wichtig. Zum einen liegt das daran, dass wir nur wenige Bewerbungen bekommen, zum anderen müssen die Bewerber auch bestimmte Voraussetzungen für den Beruf mitbringen. Das ist auch oft nicht gegeben“, sagt Christian Uhl von der Industrie- und Gewerbebaufirma Schäfer III.

Ähnlich schwierig gestaltet sich die Situation in Pflegeberufen. Manuela Bingen ist seit fast 30 Jahren Lehrerin an Pflegeschulen. Die Berufsinformationsveranstaltung an der EKS möchte sie nutzen, um jungen Menschen die Grundausbildung in der Pflegebranche näher zu bringen.

„Ich finde es schade, wie der Beruf in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Immer heißt es: zu wenig Personal, zu viel Arbeit, zu wenig Geld. Dabei gibt es so viele positive Aspekte. Man kann sich richtig selbstverwirklichen und sich immer weiter entwickeln“, sagt Bingen, die derzeit an der Gesundheitsakademie Bergstraße als Lehrerin tätig ist.

„Natürlich sind nicht alle Tage toll, aber ich kann mir sicher sein, dass ich an jedem Tag auch nur einen kleinen Moment habe, in dem mir Menschen dankbar sind, ich etwas für jemanden getan habe und helfen konnte. Das liebe ich an meinem Job“, fährt sie fort.

Den interessierten Jugendlichen erklärt Manuela Bingen an ihrem Stand, wie vielfältig die Ausbildung ist und welche Möglichkeiten sich nach der Grundausbildung bieten. Da gibt es unter vielen weiteren Sparten die ambulante Pflege, die psychiatrische Pflege, Kinder- sowie Altenpflege. Manche würden sich erst für die Krankenpflege entscheiden, um später dann Arzt zu werden. „Es gibt so viele Nischen im Pflegebereich. Das ist vielen gar nicht bewusst“, sagt Bingen.

Zukunftspläne festigen

Knappe zwei Stunden hatten die Besucher der EKS an diesem Abend Zeit, sich zu informieren. Dennis Tremmel aus Bürstadt besucht die neunte Klasse des Gymnasialzweigs der Schule und war mit seiner Mutter Diana bei der Veranstaltung: „Ich möchte gerne Fachinformatiker werden und habe mir deshalb angehört, welches Angebot die Deutsche Bahn dahingehend hat. Den Wunsch habe ich schon lange, aber solche Veranstaltungen wie diese festigen meine Zukunftspläne immer mehr.“

Auch Mama Diana ist überzeugt von dem Konzept des Abends: „Ich denke, wenn man noch keine Idee davon hat, was man machen möchte, ist das eine gute Sache. Aber auch wir sind hergekommen, obwohl Dennis schon recht klare Vorstellungen hat, und auch für uns war der Abend voller Informationen. Ich finde es gut, dass im Bereich Berufsorientierung hier einiges gemacht wird.“

Das Angebot der Erich Kästner-Schule in Sachen Berufsorientierung erstreckt sich über die jährliche Berufsinfobörse, die sich nur an die Schüler richtet, über Beratungen durch die Agentur für Arbeit, Betriebspraktika bis hin zu durchgespielten Assessment-Centern.

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