Bürstadt

Sozialausschuss Behindertenhilfe Bergstraße will Projekt mit Tagesbetreuung für Rentner realisieren

Wohnungen für 25 Behinderte

Bürstadt/Lorsch.Die Behindertenhilfe Bergstraße (bhb) will in Bürstadt ein Wohnhaus bauen, das Platz für 24 Menschen mit Behinderung sowie einen Kurzzeitplatz bietet. Zudem soll noch eine Tagesbetreuung für zehn Senioren eingerichtet werden. Der Sozialausschuss hat sich daher am Mittwochabend zu seiner Sitzung in Lorsch getroffen und vorab bei der bhb umgesehen. In der Mannheimer Straße hat die gemeinnützige Firma vor zwei Jahren Wohngemeinschaften für 16 Menschen mit Handicap eingerichtet.

Bei der Besichtigung führten Geschäftsführer Christian Dreiss und Wohnleiterin Kathrin Pieroth die Kommunalpolitiker herum. Dem Rundgang schloss sich auch eine Familie aus Bürstadt an, deren Sohn in einer der Werkstätten der bhb arbeitet und Interesse an einer Wohnmöglichkeit in der Nähe hat.

Grundstück mitten im Zentrum

Dreiss berichtete, dass die Sozialpädagogen in Lorsch in Teams arbeiten und die Bewohner individuell unterstützen – so wie diese es brauchen. Gleich im Eingangsbereich hängt ein großformatiges Bild von Robert „Robby“ Wilhelm: bunt und lebensfroh. Wilhelm hat das Down-Syndrom, lebt bei der bhb und hat gerade seinen 65. Geburtstag gefeiert. „Ziel ist es, die Bewohner ins alltägliche Leben zu integrieren. Deshalb steht dieses Haus mitten in Lorsch und hat gute Anbindungen zur Nachbarschaft. Genau so ein Grundstück suchen wir auch in Bürstadt“, erklärte Dreiss den Gästen.

Ein Wohnhaus mitten im Zentrum stellt sich der Geschäftsführer für die Bewohner vor. Denn sie kaufen ein, gehen zum Bäcker und nutzen den Nahverkehr. „Wir haben sehr viel Klientel aus dem Ried, dem wir gerne Wohnmöglichkeiten anbieten würden. Dafür favorisieren wir Bürstadt“, betonte Dreiss. Er sucht dafür ein rund 2700 Quadratmeter großes Grundstück in einem Wohngebiet, das alle Anforderungen erfüllt.

Bei der Begehung machten sich die Ausschussmitglieder selbst ein Bild vom „gemeinschaftlichen Wohnen“, wie es offiziell heißt. Dazu öffnete eine der Wohngemeinschaften ihre Türen zur Besichtigung. Gleich hinter der Tür lag die Küche, die modern und gemütlich eingerichtet ist. Die Besucher konnten auch in eines der privaten Zimmer schauen. „Die Bewohner haben sich gleich gemeldet, als die Frage war, welche WG sich besuchen lässt“, sagte Dreiss. Das Gebäude verfügt über einen Garten hinter dem Haus, außerdem hat jede Wohngemeinschaft Zugang zu einer kleinen Terrasse.

Für die Sitzung trafen sich die Ausschussmitglieder dann in der Werkstatt im Starkenburgring von Lorsch. Dreiss führte sie auch hier durch sämtliche Räume. Unter anderem gibt es dort eine Wäscherei, Küche, Metallverarbeitung, Garten- und Landschaftspflege, Verpackung, Holzverarbeitung und Elektromontage. „Hier arbeiten 120 Leute. Das Gebäude ist neun Jahre alt. Wir wollen auf den Parkplätzen noch einen Erweiterungsbau errichten“, teilte der Geschäftsführer mit.

Im Besprechungszimmer war alles für die Sitzung des Ausschusses vorbereitet, und Dreiss informierte noch einmal über die Behindertenhilfe Bergstraße als gemeinnützige Gmbh im Allgemeinen. Diese hat gerade ein Projekt in Heppenheim realisiert: In der Hirschhorner Straße wurde mitten in einem entstehenden Wohngebiet ein Haus mit 24 Plätzen gebaut. Zwar hatte Dreiss bereits vor dem Bau in Heppenheim Interesse an einem Vorhaben in Bürstadt angemeldet, aber der Auftrag war dann doch zuerst an die Kreisstadt gegangen. Das Projekt der bhb soll in Bürstadt nun noch in anderen Ausschüssen besprochen werden.

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