Bürstadt

Pandemie Boxer-Klub Bergstraße hofft auf baldige Einnahmen / Hunde-Ausstellung am 7. und 8. November

Zitterpartie dauert an

Bürstadt.Der 18. März sollte der Höhepunkt des Vereinsjahres werden: 300 bis 400 Gäste wären dann zur Hunde-Ausstellung auf den Platz des Boxer-Klubs Bergstraße in Bürstadt gekommen. Doch wenige Tage zuvor machte Corona die Planung zunichte. „Ich habe mit vollem Einsatz auf die Ausstellung hingearbeitet“, erzählt Peter Ossig, Vorsitzender des Vereins. Die Zuchtrichter waren eingeladen, die Startgelder für diejenigen, die ihre Rassehunde präsentieren wollten, bereits kassiert. „Gott sei Dank hatte ich noch kein Fleisch eingekauft, sondern nur unverderbliche Sachen – die können wir wiederverwenden“, ist der 69-Jährige froh.

Ein Alternativtermin für die Hundeausstellung stehe noch nicht fest, ein Ausweichen ins nächste Jahr sei kaum machbar. „Wir wechseln uns immer mit anderen Vereinen in der Landesgruppe Hessen ab. Damit verdienen wir normalerweise unser Geld.“ Als Untergruppe des Boxer-Clubs München würden die Mitgliedsbeiträge hauptsächlich nach Bayern fließen: „Wir bekommen davon nur einen Teil. Wenn nichts von außen kommt, wird es extrem eng“, betont Ossig. Noch könne der Verein aber auf Reserven zurückgreifen.

Ein kleiner Lichtblick ist nun die Ausstellung am 7. November sowie die Landesausstellung am 8. November, die der Klub – nach jetzigem Stand – ausführen darf. Jeweils zwei Zuchtrichter stehen an diesen beiden Tagen zur Verfügung, 50 Hunde kann jeder von ihnen pro Tag beurteilen – nach Größe, Winkelung der Beine oder Farbgebung (gelb oder schwarz gestromt). „250 Gäste dürfen wir mit Anmeldung auf das Gelände lassen. Die Zahl ist jedoch eigentlich schon erreicht“, so Ossig.

„Aber wenn man die Nachrichten verfolgt, bin ich mir nicht sicher, ob wir das nicht wieder in die Tonne treten können.“ Die Chance, die Doppelausstellung zu organisieren, will er aber auf jeden Fall ergreifen: „Wenn Bargeld fließen soll, müssen wir uns was trauen. Meine Devise ist: Besser man versucht es, als später zu sagen, hätten wir es doch ...“, so der 69-Jährige. „Am 13. September findet in Rodgau eine Hundeausstellung statt. Da schaue ich mir an, wie das läuft. Man wird nicht dümmer, wenn man sich woanders umguckt“, sagt Ossig und lacht.

Abgesehen von den finanziellen Engpässen konnte der Boxer-Klub mit seinen knapp 100 Mitgliedern die Corona-Krise bisher ganz gut meistern. „Im März haben wir zwar alles zugemacht, die Mitglieder haben aber eigene Schlüssel. Sie konnten mit ihren Hunden trainieren und schauen, ob im Vereinsheim alles in Ordnung ist“, betont Ossig, der seit 1986 im Boxer-Klub aktiv ist. Das Training zur Schutzhundausbildung sowie die Lehrgänge für Führungskräfte ruhten ebenfalls erstmal – und damit auch zwei weitere Einnahmequellen der Hundefreunde.

Ende Mai habe es aus dem Rathaus grünes Licht für die Wiedereröffnung gegeben. „Seitdem führen wir Buch darüber, wer wann kommt und wieder geht. Zudem halten wir mindestens 1,5 Meter Abstand und tragen Mundschutz, wenn wir ins Vereinsheim gehen.“ Desinfektionsmittel habe die Stadt Bürstadt spendiert. „Die Wiederaufnahme des Vereinslebens musste sich aber erst unter den Mitgliedern rumsprechen. Es hat gedauert, bis die Routine wieder gegriffen hat.“

Lange Waldspaziergänge

Ossig selbst hat während des Lockdowns viel im Garten gewerkelt. „Gleichzeitig habe ich mich mit anderen Vereinsvorsitzenden ausgetauscht. Wir hatten alle dieselben Probleme. Mir ist es nicht langweilig geworden.“ Seine Boxer Iven, Lotta und Beeke haben ihn zudem auf langen Waldspaziergängen begleitet. Vermisst hat Ossig aber Gespräche mit den Mitgliedern. „Wir tauschen uns immer über die unterschiedlichsten Themen aus.“ Viele Freundschaften würden so entstehen.

Eine andere Rasse als der Boxer käme für den Vorsitzenden nie in Frage: „Wer einmal einen Boxer hatte, holt sich nichts anderes mehr.“ Er sei der perfekte Familienhund, gutmütig und tolerant gegenüber Kindern. „Wenn die ihn am Schwanz ziehen, geht er weg. Der lässt sich nicht von jedem Blödsinn aus der Spur bringen. Gleichzeitig möchte ich aber nicht derjenige sein, der zu mir oder einem anderen Vereinsmitglied in böser Absicht kommt.“

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