Bürstadt

Zubetonieren geht weiter

Archivartikel

Zum Thema Bürgerversammlung:

„Die da oben machen ja sowieso, was sie wollen.“ Diesem Satz habe ich bisher immer mit Nachdruck widersprochen. Inzwischen zweifle ich doch schon sehr an dem demokratischen Verständnis unserer Lokalpolitiker.

Schon die Unterschriftensammlung zu einem Bürgerbegehren wurde von verschiedenen Seiten nicht gerne gesehen. Trotzdem konnten die Unterschriftslisten in Bürstädter Geschäften und bei Veranstaltungen ausgelegt werden. Trotz gesammelter rund 2000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren, das leider nicht zustande kam, da die Stadt so lange Gutachten erstellen ließ, bis das Ergebnis genehm war, trotz des Einsatzes der Landwirte gegen den Verbrauch der Ackerflächen, trotz des Einsatzes von echten Naturschützern für die Natur, trotz Protesten aus allen Schichten der Bürstädter Bevölkerung – das Zubetonieren geht immer weiter.

Selbst die Ängste um die Zukunft der jungen Leute werden hartnäckig ignoriert. Wovon sollen die Landwirte denn leben, wenn alles bebaut wird? Naturereignisse wie Starkregen, Stürme, anhaltende Hitzeperioden und warme Winter durch die Erderwärmung werden ignoriert.

Hier wird völlig an den Bedürfnissen der Bürger vorbeigeplant. Warum wird die Wohnbebauung innerhalb der Stadt – zum Beispiel der Schandfleck Oligelände, der Beethovenplatz und weitere freie Grundstücke – nicht konkret geplant und durchgeführt, bevor wertvolle Ackerflächen im Sonneneck, im Langgewann oder im Mittelfeld zweckentfremdet werden? Warum entsteht ein überdimensionaler Bildungs- und Sportcampus, bevor ausreichend Sozialwohnungen, die wirklich nötig sind, gebaut werden?

Wieso weiß wirklich jedes Kind Bescheid über den Klimawandel, nur die Verantwortlichen der angeblichen „Bürgerstadt mit Herz“ wissen es noch nicht, und machen ignorant weiter so, als gäbe es einen zweiten Planeten Erde? Was nützen Steuereinnahmen durch weitere (fremde) Logistiker, wenn Andere, (einheimische) Landwirte dadurch ihre Existenz verlieren und die Bürger keine regionale Nahrung mehr kaufen können?

Jetzt können Kritiker sagen: Die macht das ja nur, weil sie Anwohnerin des Langgewann ist. Nein, ich mache das, weil ich will, dass Bürstadt das bleibt, was es ist – eine liebenswerte, überschaubare Klein-stadt mit viel Natur und Naherholungsgebieten um uns herum! Und weil man Geld nicht essen kann und weil ich will, dass auch Generationen nach uns noch in einem gesunden Klima wohnen dürfen! Denn „nach uns die Sintflut“ ist nicht mein Motto, eher „weniger ist mehr!“

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