Groß-Rohrheim

Deutsches Rotes Kreuz Viel los bei Termin in Groß-Rohrheim

94 Blutspender sorgen für Rekord

Archivartikel

Groß-Rohrheim.Trotz oder gerade wegen der Corona-Krise kamen 94 spendenwillige Bürger zur Blutspende beim Deutschen Roten Kreuz Groß-Rohrheim. „Unglaublich“, entfuhr es Norbert Mews, Vorsitzender des DRK Groß-Rohrheim. Denn damit hatte keiner gerechnet. Vielerorts gehen die Besucher bei Blutspenden zurück, obwohl Blut dringend benötigt wird. Auch Landrat Christian Engelhardt ließ sich in Groß-Rohrheim piksen und spendete Blut.

„Solidarität“ lautete das Motto des Tages. Die Aufrufe, dass Blut knapp wird, sorgten bei der Blutspende in Groß-Rohrheim sogar für einen Rekord. „Die besonderen Umstände sorgten auch für besondere Maßnahmen“, sagte Mews. Denn gesundheitliche Sicherheit gehe vor. Alle Gäste wurden vor der Tür abgefangen, Hände desinfizieren und Temperatur messen stand zuerst an. Bei 37,5 Grad oder höher wurde kein Einlass ins Gebäude erlaubt. „Durch diese Maßnahme fiel sogar eine Ärztin vom Blutspendedienst aus, ebenso drei ehrenamtliche Helfer von unserem Ortsverband“, erklärte Mews. So sei es kurzfristig zu Personalmangel gekommen, der aber kompensiert werden konnte.

Neue Uhrzeit kommt an

Im Schichtbetrieb waren 15 Helfer aktiv. Auch die Verschiebung der Uhrzeit zeigte positive Effekte. Im vergangenen Jahr fand die Blutspende noch ab 17 oder 16.30 Uhr statt. Jetzt wurde die Zeit auf 15.45 Uhr vorverlegt. „Zwischen 15.45 und 17 Uhr kamen 28 Spender vorbei, diese Uhrzeit ist attraktiver“, freute sich Mews. Unter den 94 Spendern waren sogar 18 Erstspender. Allerdings fielen 22 aus medizinischen Gründen aus – wegen zu geringem Eisengehalt oder Antibiotika-Einnahme. „Alles ganz normale Sachen“, kommentierte Mews. Trotzdem zeigte die Gesamtzahl, dass Bürger in Krisenzeiten helfen möchten.

„Wir befinden uns in einer Krisensituation, viele kommen nicht mehr zum Blutspenden, die Blutkonserven werden knapp“, berichtete Mews. Problematisch sei zudem, dass nur wenige Ortsverbände in eigenen Räumen eine Blutspende durchführen können, viele griffen auf öffentliche oder schulische Einrichtungen zurück, die jetzt auch geschlossen sind.

Laut dem Blutgruppenbarometer, der die aktuelle Versorgungslage in den Bundesländern Baden-Württemberg und Hessen nach Blutgruppen spiegelt, sieht es in allen Blutgruppen schlecht aus. Sechs von acht Blutgruppen befinden sich auf „geringem Blutbestand“, der Blutbedarf ist kaum abgedeckt.

Dank für Vielspender

Bei den Blutgruppen A negativ und 0 negativ liege „beunruhigend geringer Blutbestand“ vor. Die nächste Stufe wäre bereits die Notstandsstufe. Dank der Groß-Rohrheimer Spender kommt wieder etwas Blut nach.

Bei der Spendetermin konnten zudem Silke Baumann aus Groß-Rohrheim und Uwe Beckmann aus Bensheim für ihr 25. Spende ausgezeichnet werden, Thomas Reinig aus Groß-Rohrheim für seine zehnte Spende. str

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